„Das Gehupe ist unerträglich“: Anwohner leiden unter Umleitung am Chlodwigplatz

Festgefahrene Lkw und Stau zur Hauptverkehrszeit gebe es fast täglich.

Der Reisebus kam von der Severinstorburg. Durch den Kartäuserwall wollte der Fahrer auf die Ringe gelangen. An der Kreuzung mit der Brunostraße war Schluss. Abbiegen, wie vorgeschrieben, war in der engen Straße nicht mehr möglich. Ein Streifenwagen der Polizei hat den Fahrer schließlich entgegen der Einbahnstraße zur Nord-Süd-Fahrt eskortiert.

Festgefahrene Lkw, Stau zur Hauptverkehrszeit, brenzlige Situationen – solche Szenen erlebt Sven Eisenbarth inzwischen fast täglich. Seit der Chlodwigplatz nur noch für Linienbusse und nur noch in einer Richtung befahrbar ist, führt der einzige Weg von der Severinstraße zu den Ringen an seinem Haus vorbei.

Autolärm ist für Anwohner des Chlodwigplatzes unerträglich geworden

Auf ihrer Terrasse im zweiten Stock über der Straße sitzen die Eisenbarths kaum noch. Ihre Zimmervermietung leidet unter dem Lärm. „Ich bin ein Stadtmensch“, sagt Eisenbarth. „Aber das Gehupe und die Aggressivität sind unerträglich.“

Er hatte sich im November 2016 an die Politik gewandt. Seine Eingabe liegt derzeit den Bezirksvertretern in der Innenstadt vor. Der Chlodwigplatz war damals noch Baustelle. Er habe den Eindruck, schrieb er, dass vieles in der Planung nicht berücksichtigt worden sei. Die Verwaltung widerspricht.

Sie hatte vor der Umgestaltung des Platzes eine Ampel am Ende der Brunostraße installiert und das Linksabbiegen auf den Karolingerring ermöglicht. Zeigt sie allerdings rot, staut sich der Verkehr zurück in die engen Straßen.

An der Ausfahrt Kartäuserwall soll eine Ampel helfen

Besserung soll die geplante Umkehrung der Einbahnstraße Kartäuserwall bringen. Der Verkehr wird dann ohne enge Kurven auf die Nord-Süd-Fahrt geführt. Das soll laut Verwaltung im Sommer umgesetzt werden, wenn die Ulrichgasse – so heißt der Abschnitt der Nord-Süd-Fahrt hier – saniert werden soll.

An der Ausfahrt Kartäuserwall soll dann eine Ampel aufgestellt werden. Sie empfiehlt den Bezirksvertretern, die ohnehin angestrebte Änderung zu bekräftigen.

Eisenbarth ist skeptisch, ob das eine Entlastung mit sich bringt. „Mein ganzes Leben lang war es hier schön ruhig“, sagt er. Dass das wohl nie wieder so sein wird, ist die Folge für die Verbannung des Verkehrs vom Platz. Die Eisenbarths gehören damit zu den Leidtragenden. (phh)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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