Geimpfter Weihnachtsmann: Impfgegner fordern Supermarkt-Boykott

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In England erhitzt ein Werbespot die Gemüter von Impfgegnern. Grund: In dem Clip ist kurz ein Weihnachtsmann zu sehen, der bei der Einreise seinen Impfnachweis vorzeigt.

Stein des Anstoßes: Der Weihnachtsmann zeigt in dem Werbeclip seinen digitalen Impfnachweis vor. (Quelle: Youtube / Tesco)
Stein des Anstoßes: Der Weihnachtsmann zeigt in dem Werbeclip seinen digitalen Impfnachweis vor. (Quelle: Youtube / Tesco)

Mit der emotionalen TV-Kampagne wollte Tesco eine "normale" Weihnachtszeit einläuten, nachdem diese im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nur stark eingeschränkt stattfinden konnte. Doch dieses Jahr soll alles anders werden, so will es die Kampagne vermitteln. Weder Stromausfall, Lieferengpässe noch Corona sollen die Briten davon abhalten, das Weihnachtsfest mit ihren Lieben feiern zu können. 

"Nichts kann uns stoppen"

Zum Queen-Hit "Don't stop me now" ist eine wagemutige Oma zu sehen, die sich auf einem E-Roller auf den Weg zu ihrer Familie macht. Eine Tesco-Lieferantin lässt sich auch von den vielen Stockwerken eines Hochhauses nicht von ihrem Job abhalten. Doch dann verkündet eine Nachrichtensprecherin zum Schrecken aller Kinder, dass dem Weihnachtsmann eine Quarantäne drohe. Dieses Drama wird abgewendet, in dem der Rauschebart bei der Einreise seinen digitalen Impfnachweis vorzeigen kann und so der Geschenkeauslieferung nichts mehr im Weg steht.

Es ist genau diese kurze Szene in dem anderthalbminütigen Clip, die nun die Gemüter erhitzt. Obwohl Großbritannien mit insgesamt fast zehn Millionen nachgewiesenen Corona-Infektionen und mehr als 143.000 Toten in Europa am schwersten von der Pandemie getroffen wurde, gibt es auch dort eine lautstarke Impfgegner-Szene. Diese meldete sich nach dem Erscheinen des Clips zu Wort,

"Lasst Weihnachten aus dem Spiel"

Auf Youtube hat derTesco-Clip mehr als 15.000 Daumen nach unten bekommen. Auf Twitter wurde unter dem Hashtag #BoycottTesco dazu aufgerufen, nun nicht mehr bei der Supermarktkette einkaufen zu gehen. Zahlreiche User regten sich über dem geimpften Weihnachtsmann auf. "Das ist total krank. Gepiekse-Pässe und Quarantäne sind kein Witz. Lasst Weihnachten aus dem Spiel," schrieb eine Userin auf Twitter. Ein anderer User postete sogar ein Foto seiner zerschnittenen Mitgliedskarte. Eine Seite mit dem Namen "No More Lockdowns UK" forderte dazu auf, vom 15. bis zum 22. November zu Tesco zu gehen und volle Einkaufswagen an der Kasse stehen zu lassen. Immerhin mit der Einschränkung, keine verderblichen Nahrungsmittel zu nutzen. "Lasst Tesco wissen, wie wir uns fühlen" hieß es in dem Post zu dem Aufruf. 

"Der sicherste Ort zum Einkaufen" 

Es waren allerdings bei Weitem nicht alle Kommentare, die sich von dem Clip angegriffen fühlten: "Was für ein Geniestreich von Tesco. (...) dadurch werden alle Impfgegner sofort getriggert den Laden zu boykottieren, was bedeutet, dass es der sicherste Ort ist um einkaufen zu gehen."

Vor ein paar Wochen hatte es bereits in den USA einen ähnlichen Sturm der Aufregung gegeben, als die Sesamstraßen-Figur Big Bird (in der deutschen Fassung Bibo) zu den jungen Zuschauern über den Sinn einer Covid-Impfung sprach. Rechtskonservative Medien und Internet-Kommentaroren forderten daraufhin Konsequenzen und behaupteten. Big Bird sei "von der Pharma-Industrie gekauft".

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