Geister inklusive: Berühmtes englisches Spukhaus hat einen neuen Besitzer

Immer wieder erschienen der Besitzerin übernatürliche Wesen in dem Geisterhaus. (Symbolbild: Getty Images)

Im Mittelalter wurden in diesem englischen Häuschen Hexen gefangen gehalten, heute ist es ein Wohnhaus in dem es spuken soll. Seit zwölf Jahren versuchte die Besitzerin, es los zu werden, nun wurde das Geisterhaus schließlich verkauft.

Großbritannien ist bekanntlich ein Paradies für Geisterjäger. An jeder Ecke spukt es in Pubs, Farmhäusern und Schlössern. Eins der berüchtigsten Spukhäuser Englands wurde nun nach zwölf Jahren auf dem Markt verkauft. Die Geschichte des “The Cage” genannten Hauses liest sich wie aus einem Horrorfilmskript. Im “Käfig” wurden nämlich im Mittelalter Gefangene eingesperrt, denen man vorwarf, Hexen zu sein. Das kleine gelbe Haus liegt mitten in dem kleinen Dorf St. Osyth in der Grafschaft Essex. Im 16. Jahrhundert wurden mindestens 14 Frauen, die man der Hexerei beschuldigte, dort bis zu ihrem Gerichtsverfahren festgehalten. Die geschichtlichen Akten zeigen zum Beispiel, dass eine Frau namens Ursula Kemp als Gefangene dort einsaß, bis sie im Jahr 1582 hingerichtet wurde. Auch nach der Zeit der Hexenverfolgung wurden dort noch bis 1908 Gefangene eingesperrt.

Dunkle Schatten und Blut an den Wänden

Die heutige Besitzerin Vanessa Mitchell (46) war 2004 in das Haus eingezogen und hatte seitdem immer wieder unheimliche Erlebnisse gehabt. Beim Einzug habe sie nichts von den paranormalen Aktivitäten geahnt. Dann aber sei elektrisches Spielzeug von selbst angeschaltet worden, immer wieder seien Türen zugeschlagen worden und an den Wänden sei Blut herab gelaufen. Die Geister waren der Bewohnerin offensichtlich nicht wohl gesonnen, denn Mitchell berichtet auch, dass sie zu Boden gestoßen worden sei, als sie schwanger war, und immer wieder Haushaltsgegenstände durch den Raum geflogen seien. Einmal sei ihr sogar spürbar auf den Hintern geschlagen worden. Schließlich sah sie sich gezwungen, das Haus zu verlassen. Als sie einen dunklen Schatten zwischen sich und der Wiege ihres Sohnes stehen sah, sei das der Tropfen gewesen, der das Fass zum überlaufen brachte, sagte Mitchell in einem früheren Interview.

Vanessa Mitchell und ihr Sohn zogen aus und sie gab das Haus zum Verkauf frei. Doch zwölf Jahre lang fand sich kein Käufer für das Spukhaus, das zuletzt von einer Immobilienagentur für 240.000 Pfund angeboten wurde. Die Agentur “Home Domus” pries das Haus an für Liebhaber des Paranormalen oder als Ferienhaus für den “ultimativen Kitzel”. Jetzt fand sich schließlich ein unerschrockener anonymer Käufer. Was dieser mit dem Haus vorhat, ist bisher nicht bekannt.

Der neue Besitzer muss sich nun nach der Schätzung der bisherigen Bewohnerin mit “mindestens einem Dutzend Geistern” herumschlagen, von jungen Kindern bis zu männlichen und weiblichen Erwachsenen. Auch Besucher des Hauses berichteten immer wieder von weiblichen Stimmen hinter der Küchentür, obwohl sich niemand in dem Raum aufhielt.

Zweimal seien Freunde von Mitchell zu Gast gewesen, als die Wände im Hausflur plötzlich blutüberströmt gewesen seien. “Meine Freunde sind ein hoher Armeeoffizier und eine sehr angesehene Sozialarbeiterin, viel glaubwürdigere Zeugen gibt es kaum”, sagte Mitchell der “Daily Mail”. Ungewöhnlicherweise seien alle Geisterbegegnungen tagsüber vor 17 Uhr passiert, niemals nach Einbruch der Dunkelheit. Vor zwei Jahren veröffentlichte Mitchell ein Buch über ihre Erlebnisse als Bewohnerin des Spukhauses.

Käufer nach zwölf Jahren

Die Berichte von dem verhexten Haus zogen natürlich zahlreiche Geisterjäger und Erforscher des Paranormalen aus der ganzen Welt an. Mehrere Untersuchungen und Dokumentarfilme gibt es bereits über “The Cage”. Mitchell und ihr Sohn leben schon seit 2008 nicht mehr in dem Haus, doch ein Käufer konnte erst jetzt gefunden werden. Keiner Immobilienfirma gelang es, das Geisterhaus zu verkaufen, obwohl es so viel öffentliches Interesse gab. Doch Florian Lambert, der Direktor von “Home Domus” wählte einen anderen Ansatz und bewarb das Haus und seine übernatürlichen Bewohner offensiv. Über 30.000 Mal wurde das Angebot angesehen. Am Ende entschied sich aber ein Käufer für das Risiko, der “das Haus liebt, aber in keiner Weise an das übernatürliche Element glaubt”, sagte Lambert der “Daily Mail”.