Gelb-Rot, Elfer, Tore: Ärger bei Hertha - Vorfreude bei 1899

Nach dem 3:1 bei der Hertha träumen die Hoffenheimer von der Champions League. Die Berliner sind frustriert. Foto: Soeren Stache

Coach Julian Nagelsmann zu Platz drei - zumindest für einen Tag - in der Fußball-Bundesliga.

IBISEVIC VERÄRGERT: «Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir sind verdient in Führung gegangen und kriegen dann so eine Entscheidung gegen uns. Bitter, das tut weh», wütete Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic über die Elfmeterentscheidung von Brand. «Dass der Schiedsrichter auch zu mir sagte, dass ein 20-Jähriger mit Absicht so zum Ball hingegangen ist, kann ich nicht verstehen», sagte der Bosnier zum Handspiel des jungen Berliner Verteidigers Maximilian Mittelstädt. «Die Entscheidung hat uns sehr getroffen.»

MITTELSTÄDT GESCHOCKT: «Es ist schwer, Worte zu finden», sagte der junge Herthaner, der für das Handspiel noch eine Verwarnung kassiert hatte. «Der Ball fällt mir auf die Hand. Man kann Elfmeter pfeifen. Ob er Gelb zeigen muss, weiß ich nicht», sagte Mittelstädt. In der 58. Minute bekam er für ein eher normales Foul nochmals Gelb - und damit Gelb-Rot. Hertha musste mehr als eine halbe Stunde mit zehn Mann weitermachen - und verlor. «Bei der zweiten Szene denke ich, dass ich den Ball treffe und danach leicht den Gegenspieler. Ich muss es akzeptieren, es ist ein Lernprozess.»

WAGNER COOL: Auf dem Platz war Sandro Wagner noch «ein bisschen geschockt», nach dem Schlusspfiff konnte Hoffenheims Stürmer über seinen ausgerenkten Finger schon wieder lachen. «Es sah schlimmer aus, als es war, aber für so einen Actionfilm wäre es ganz gut gewesen», sagte der Ex-Berliner. Nach einem Zusammenprall mit Ibisevic stand das oberste Glied seines linken Zeigefingers in einem ungesunden Winkel ab. «Wir haben einen guten Arzt, der Arzt meines Vertrauens, der hat ihn direkt wieder reingerenkt», kommentierte Wagner die Szene auf dem Rasen. Ob der Finger gebrochen ist? «Ich kenne mich da nicht aus. Aber selbst wenn der Finger gebrochen wäre, würde mich das nicht behindern auf unserem Weg nach Europa.»

SÜLE UND RUDY ANGRIFFSLUSTIG: Noch nie feierte Hoffenheim einen Sieg über den FC Bayern. Das kann die Zuversicht der baldigen Münchner Niklas Süle und Sebastian Rudy aber nicht bremsen. «Es wird ein Spitzenspiel. Wir haben ein Heimspiel, wir gehen selbstbewusst rein», betonte Rudy. Süle setzt gegen seinen zukünftigen Club besonders auf die Taktik seines Coaches: «Julian (Nagelsmann) wird uns wieder einen Super-Plan an die Hand geben, so dass wir top vorbereitet und dann versuchen wir, auch die Bayern vor Probleme zu stellen.» Beide Nationalspieler wechseln im Sommer zum Rekordmeister.

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