Gemeinsames Statement: Über 200 Gesundheitsmagazine warnen vor Folgen des Klimawandels

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In einem gemeinsamen Leitartikel warnen über 200 wissenschaftliche Magazine, die ansonsten über aktuelle Gesundheitsforschung berichten, vor den Folgen des Klimawandels für den Menschen.

Wird es wärmer, können sich auch in Europa Stechmücken ansiedeln, die Tropenkrankheiten übertragen: So gab es in den vergangenen Jahren punktuelle Ausbrüche von Dengue- oder Chikungunyafieber. Das ist derzeit aber eine Ausnahme und sehr selten. (Symbolbild: Getty Images)
Wird es wärmer, können sich auch in Europa Stechmücken ansiedeln, die Tropenkrankheiten übertragen: So gab es in den vergangenen Jahren punktuelle Ausbrüche von Dengue- oder Chikungunyafieber. Das ist derzeit aber eine Ausnahme und sehr selten. (Symbolbild: Getty Images)

Seit bald zwei Jahren bestimmt die Coronavirus-Pandemie den Alltag. Trotzdem ist nicht die lebensgefährliche Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslöst, das größte Risiko für die Weltgesundheit, sondern der Klimawandel.

Kurz vor UN-Klimakonferenz

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, sagte vergangenen Monat: „Die Risiken durch den Klimawandel können Gefahren einzelner Krankheiten winzig aussehen lassen.“

Dieser Aussage haben sich vergangene Woche in einem gemeinsamen Leitartikel weltweit über 200 angesehene wissenschaftliche Magazine angeschlossen – darunter etwa The Lancet, PLOS Medicine, British Medical Journal, aber auch das East African Medical Journal, dasChinese Science Bulletin oder das National Medical Journal of India. Sie alle publizieren zu Gesundheitsthemen und warnen nun vor den drohenden Folgen des Klimawandels für den Menschen.

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Es ist das erste Mal, dass sich so viele Medien zu einem gemeinsamen Statement zusammengetan haben. Den Zeitpunkt haben sie bewusst gewählt – vor der anstehenden UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow, die vom 31. Oktober bis zum 12. November andauern soll.

Stoppt die Erderhitzung, schützt die Artenvielfalt

In dem gemeinsamen Leitartikel heißt es: "Vor diesem entscheidenden Treffen rufen wir – Herausgeber*innen wissenschaftlicher Gesundheitsmagazine auf der ganzen Welt – zu sofortigen Maßnahmen auf, die Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, die Umweltzerstörung aufzuhalten und die Gesundheit der Weltbevölkerung zu schützen."

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Sonst würden aufgrund des globalen mittleren Temperaturanstiegs zahllose Menschen gefährdet, worauf Mediziner*innen bereits seit Jahrzehnten aufmerksam machten. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Bereits ein Temperaturanstieg von durchschnittlich 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit und ein fortschreitender Verlust der Artenvielfalt werden katastrophale und unumkehrbare Gesundheitsschäden für den Menschen zur Folge haben.“

Gesundheitliche Folgen

So stieg beispielsweise seit der Jahrtausendwende die Zahl hitzebedingter Todesfälle bei Menschen ab 65 Jahren um ganze 50 Prozent. Die steigenden Temperaturen haben außerdem zu mehr Dehydrierungen und Nierenschäden geführt, einer höheren Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs, Tropenkrankheiten, psychischen Erkrankungen, Allergien, Schwangerschaftskomplikationen und einer höheren Sterblichkeit aufgrund von Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System und der Atmung.

Corona ist wichtig, aber…

Weiter wird Bezug genommen auf die derzeit herrschende Pandemie: Es sei natürlich notwendig, dass sich die Weltbevölkerung mit dem Coronavirus auseinandersetze – allerdings fehle die Zeit, um auf das Ende der Pandemie zu warten, um globale Emissionen rasch zu senken.

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"Wir alle teilen die Erkenntnis, dass nur grundlegende und gerechte gesellschaftliche Veränderungen die aktuellen Entwicklungen umkehren können. Wir fordern deshalb Regierungen und andere einflussreiche Persönlichkeiten dazu auf, 2021 zu dem Jahr zu machen, in dem die Welt endlich ihren Kurs ändert", schreiben die Herausgeber*innen der Magazine.

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