Gemobbter Junge führt seine Rugby-Idole aufs Feld

Moritz Piehler
Freier Autor
Quaden Bayles durfte die indigene All Star Mannschaft aufs Spielfeld des Cbus Super Stadium führen, bevor er den Spielball an den Schiri übergab. (Bild: Jason McCawley/Getty Images)

Ein kleiner Junge aus Australien wird permanent gemobbt. Nachdem seine Mutter ein verzweifeltes Video gepostet hatte, gab es eine Welle der Unterstützung. Jetzt durfte Quaden mit seinen Rugby-Idolen ins Stadion einlaufen.

Das Video des neunjährigen Quaden Bayles hatte Menschen auf der ganzen Welt bewegt. Seine Mutter filmte den kleinwüchsigen Jungen, nachdem er wieder einmal in der Schule gemobbt und geärgert wurde. Quaden ist wegen der ständigen Aggressionen so herzzerreißend am Boden zerstört, dass sie beschloss, das Video zu posten, um die realen Auswirkungen von Mobbing zu zeigen. Die Reaktionen waren überwältigend. Millionenfach wurde das Video angeklickt und geteilt.

Und die Menschen wollten dem australischen Jungen ganz praktisch helfen. Der US-Comedian Brad Williams startete eine Crowdfunding Aktion, um Quaden nach Disneyland zu schicken. Es kamen über 250.000 Euro zusammen. Jetzt wurde dem Neunjährigen aber ein noch größerer Traum erfüllt. Ein indigenes All Star Rugbyteam lud Quaden ein, mit ihnen ins Stadion einzulaufen. Seine Mutter Yarraka hatte erzählt, dass es immer sein größter Traum gewesen sei, Rugbyspieler zu werden.

Nun durfte der Junge, der selbst indigene Wurzeln hat, die Atmosphäre bei einem echten Profispiel gegen die Maori All Stars aus Neuseeland kennenlernen. An der Hand von Kapitän Joel Thompson lief er unter dem Jubel der Zuschauer ins Stadion ein. Der Fullback Rabbitoh Latrell Mitchell hatte ihn per Video dazu eingeladen. “Wir stehen hinter dir und wollten nur sicher sein, dass du in Ordnung bist. Wir wollen dich hier und wir wollen, dass du uns an diesem Wochenende aufs Feld führst.” So kam es dann auch und seine Mutter sprach bei einer Pressekonferenz davon, dass ihr Sohn “vom schlimmsten Tag seines Lebens zum besten Tag seines Lebens” gekommen sei.

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Prominente Unterstützung für Quaden

Nach dem Video, in dem der Neunjährige unter Tränen davon spricht, sich das Leben nehmen zu wollen, gab es Unterstützung von Prominenten aus der ganzen Welt. Der australische Hollywoodstar Hugh Jackman postete eine Videonachricht für Quaden auf Twitter und versprach: “Quaden, in mir hast du einen Freund.”

Auch der türkische NBA-Profi Enes Kanter zeigte seine Unterstützung für Quaden auf seinem Twitter-Account.

Quadens Mutter sagte, dass sie sich erhoffte, durch das Video und seine Erfahrungen Aufmerksamkeit für das Thema Mobbing zu generieren. “Wir verlieren zu viele Menschen durch Mobbing, durch Diskriminierung, durch Rassismus,” sagte sie. Am Ende des sechsminütigen Videos von ihrem weinenden Sohn bat Mutter Yarraka nur um eine Sache: “Bitte erzieht eure Kinder, eure Familien und eure Freunde.” Das Rugbyspiel gewannen übrigens die Maori All Stars mit 30-16. Aber das war an diesem besonderen Tag mehr als nebensächlich.

Anmerkung der Redaktion: Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert oder geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym und kostenlos.