Wissenschaftler: Gen beeinflusst, um wieviel Uhr wir sterben

Es war eine zufällige Entdeckung, die künftig Leben retten kann: Bei Forschungen zur Parkinson- und Alzheimer-Erkrankungen stießen Wissenschaftler auf eine Genvariante, die offenbar einen hohen Einfluss auf unsere biologische Uhr hat. Die Erbanlage scheint mitunter sogar zu bestimmen, um welche Uhrzeit ein Mensch aller Voraussicht nach sterben wird.

Gen entdeckt, das unsere innere Uhr bestimmt (Symbolbild: thinkstock)Eigentlich untersuchten die Experten nach Informationen der britischen Tageszeitung „Daily Mail“ den Krankheitsverlauf von Parkinson und Alzheimer. Dafür nahmen sie das Schlafverhalten von 1.200 gesunden Probanden unter die Lupe. Die Teilnehmer waren allesamt 65 Jahre alt und unterzogen sich jährlich einer neurologischen sowie psychiatrischen Begutachtung.

Bei Untersuchungen des Erbmaterials der Probanden schenkten die Wissenschaftler vor allem einem Gen ihre Aufmerksamkeit, dem sogenannten period-1-Gen, auf dem der biologische Tagesrhythmus codiert ist. Dieses Gen ermöglicht eine Synchronisierung der Körperfunktionen auf den 24-Stunden-Rhythmus. Die Forscher nahmen den Aufbau des Erbguts genauer unter die Lupe und stellten fest, dass sich durch molekulare Abweichungen in der Genstruktur Variationen im Wach-Schlafverhalten ergeben.

So tendieren beispielsweise Studienteilnehmer mit dem Genotyp AA , dazu, eine Stunde früher aufzuwachen, als jene mit dem Genotyp GG. Probanden mit dem Genotyp AG wiederum wachen fast genau zwischen beiden Stichzeiten auf. Die Experten gelangten durch ihre Entdeckung jedoch nicht nur zu neuen Erkenntnissen zum Aufwachverhalten. Sie fanden auch heraus, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer, die später eines natürlichen Todes starben und den Genotyp AA oder AG besaßen, im Schnitt kurz vor elf Uhr starben. Menschen mit dem Genotyp GG dagegen verstarben auf dem natürlichen Weg tendenziell kurz vor 18 Uhr.

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„Die innere ‚biologische Uhr‘ reguliert viele Bereiche der menschlichen Biologie und des Verhaltens“, erläutert Andrew Lim von der Abteilung Neurologie des „Beth Israel Deaconess Medical Center“ in Boston, Massachusetts. „Sie beeinflusst auch das Timing akuter medizinischer Ereignisse wie einen Schlaganfall oder eine Herzattacke.“ Lim ist Hauptverfasser der Studie, die im Fachblatt „Annals of Neurology“ veröffentlicht wurde.

„Es gibt wirklich ein Gen, das die Tageszeit vorhersagt, wann wir sterben. Zwar zum Glück nicht das Datum, aber immerhin die Tageszeit“, resümierte Clifford Saper, Leiter der neurologischen Abteilung des „Beth Israel Deaconess Medical Centers“. Experten versprechen sich durch diese Entdeckung nun hilfreiche Erkenntnisse, wie die richtige Zeit für eine Medikamenteneinnahme bei Herz- und Schlaganfallpatienten bestimmt werden kann.



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