Gentrifizierung: Café "Filou" in Kreuzberg soll Schule machen

Das Kreuzberger Geschäft ist gerettet. Rot-Rot-Grün will die Vereinbarung nun zum Vorbild für eine bundesweite Regelung machen.

Die Bäckerei "Filou" an der Reichenberger Straße kann bleiben. Und viel mehr noch: Im Kreuzberger Wahlkreisbüro des grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele wurde zwischen dem Hauseigentümer Charles Skinner sowie den Betreibern Daniel Spülbeck und Nadja Wagner eine Vereinbarung geschlossen, die "Schule machen soll", wie Ströbele sagt.

Denn vor allem kleine Gewerbetreibende sind nicht nur in Berlin immer wieder bedroht. Ihre Verträge gelten in der Regel befristet, und nach Ablauf müssen beide Seiten zustimmen, das Mietverhältnis zu verlängern. Nicht selten haben aber die Vermieter daran kein Interesse. Denn an einem anderen Pächter mit einem lukrativeren Geschäftsmodell könnten sie schließlich mehr verdienen. Auch wenn solche Fälle vor allem in Kreuzberg immer wieder für Proteste sorgen, ist das Phänomen lange nicht mehr auf den Stadtteil begrenzt.

Berliner Senat plant eine Initiative im Bundesrat

Über eine Bundesratsinitiative will der rot-rot-grüne Berliner Senat deshalb einen besseren Schutz für kiezwichtige Gewerbebetriebe schaffen – Orte für den alltäglichen Bedarf wie Bäckereien oder Kneipen oder von öffentlichem Interesse wie Kitas. Aktuell befindet sich der Gesetzentwurf zwischen den Koalitionspartnern in der Abstimmung. "Die dürfte aber bald abgeschlossen sein", sagt Katrin Schmidberger, mietenpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus. Die Vereinbarung im Fall des Cafés "Filou" sei da richtungsweisend. "Das gibt uns viel Rückenwind."

Nach wochenlan...

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