Georgien: Russische Sprache und russische Musik unerwünscht

Eine typische Touristenstraße in Tiflis. Aus den Restaurants und Cafés dringt Musik. Auf der Playlist stehen oft russische Lieder. Denn viele russische Besucher kommen momentan nach Tiflis und russische Melodien sollen sie in die Lokale locken. Doch nicht alle Wirte machen da mit. Viele sprechen sich laut und deutlich gegen russische Musik aus.

Shota Burjanadze, der Vorsitzende des Gaststättenverband, sagt: "In meinem Restaurant und meinen Bars haben wir schon sehr lange keine russische Musik mehr gespielt. Außerdem ist das Servicepersonal angewiesen, Englisch mit den Gästen aus Russland zu sprechen. Als Ausdruck unseres Protests. Wir wollen die Russen loswerden und uns von der russischen Mentalität entfernen. Wir wollen näher an Europa hin, stärker in die europäische Richtung gehen."

Was denken die Bürger von Tiflis? Sollte die Regierung russische Musik verbieten?

Eine Frau sagt: "Ich finde es ärgerlich, dass aus Restaurants hier in Georgien russische Lieder zu hören sind, während 20% Georgiens von Russland besetzt ist und die schleichende Besetzung weitergeht. Russische Lieder und russische Gespräche sollten an der Grenze aufhören."

Eine andere meint: "Die Russen sollten sich hier unwohl fühlen und da sollten wir nicht ihre Lieder spielen. Es muss ihnen bewusst sein, dass sie die Besatzer sind. Die Regierung sollte allerdings die russische Musik nicht verbieten, sondern jeder sollte sie von sich aus abdrehen."

Und eine dritte sagt: "Ich höre sowohl russische als auch englische Musik. Ein Verbot ist meiner Meinung nach zwecklos."

Der Trend weg von der russisch-sprachigen Unterhaltung ist nicht zuletzt einer Kampagne mit dem Namen "Turn off Russian" - "Schalten Sie Russisch" ab. zu verdanken. Ziel der Kampagne ist es, die Menschen zu überzeugen, immer weniger russische Musik in Georgien zu spielen.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.