Gericht in Mexiko blockiert sofortige Auslieferung eines Drogenbosses an die USA

Ein Gericht in Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Rafael Caro Quintero an die USA vorerst blockiert. Ein Bundesrichter im westlichen Bundesstaat Jalisco entschied am Montag (Ortszeit), dass der 69-Jährige ohne ein ordnungsgemäßes Auslieferungsverfahren nicht an die Vereinigten Staaten überstellt werden darf.

Der seit Jahren gesuchte Drogenboss war am Freitag von Marinesoldaten im nordwestlichen Bundesstaat Sinaloa gefasst worden. Bei dem Einsatz kamen 14 Soldaten durch den Absturz eines Hubschraubers ums Leben.

Caro Quintero alias "Rafa" stand auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Kriminellen. Die US-Behörden beschuldigen den Mitbegründer des einstigen Guadalajara-Kartells, für die Entführung, Folter und Ermordung eines Sonderfahnders der US-Antidrogenbehörde DEA im Jahr 1985 verantwortlich zu sein. Das US-Justizministerium hatte am Freitag erklärt, Washington werde die "sofortige Auslieferung" des Drogenbosses beantragen.

Caro Quintero hatte wegen des Mordes an dem DEA-Agenten Enrique Camarena bereits 28 Jahre in Mexiko eingesessen. Er war 1985 in Costa Rica gefasst und dann zu einer 40-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wegen eines Formfehlers in dem Urteil wurde er aber 2013 auf freien Fuß gesetzt. Zwar widerrief das Oberste Gericht später die Entscheidung - doch da war der als "Drogenboss der Drogenbosse" titulierte Caro Quintero bereits untergetaucht.

Der einst zu den mächtigsten Drogenbossen Mexikos zählende Caro Quintero bestritt 2016 in einem aus dem Untergrund geführten Interview, für den Mord an Camarena verantwortlich zu sein. Der mexikanischstämmige DEA-Fahnder hatte sich in das Guadalajara-Kartell eingeschleust. Seine Ermordung belastete die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko schwer.

Das Guadalajara-Kartell war in den 80er-Jahren besonders mächtig. Auf den Mord an Camarena folgte jedoch Caro Quinteros Abstieg. Der Kampf gegen die Drogenbanden nahm an Härte zu, was zur Auflösung des Guadalajara-Kartells führte.

bfi

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.