Gespräche über Griechenland-Hilfen offenbar auf gutem Weg

Jeroen Dijsselbloem ist optimistisch. Foto: Olivier Hoslet

Die Verhandlungen über die nächsten Hilfen für das finanziell schwer angeschlagene Griechenland sind offenbar auf einem guten Weg.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem schrieb am frühen Morgen nach Gesprächen mit einer griechischen Regierungsdelegation auf Twitter, es seien gute Fortschritte erzielt worden. Die am Dienstagabend gestarteten Gespräche werden heute in Brüssel fortgesetzt.

Es geht seit Monaten um die Frage, ob die Regierung in Athen ausreichende Reformen angeschoben hat, um das überschuldete Land aus der Krise zu holen. Erst wenn die Geldgeber - die Europäische Zentralbank (EZB), der Euro-Rettungschirm ESM, die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds (IWF) - dies offiziell bestätigen, kann frisches Geld aus dem seit 2015 laufenden Hilfsprogramm fließen. Es beläuft sich bis 2018 auf bis zu 86 Milliarden Euro.

Insgesamt summieren sich die geforderten Sparmaßnahmen auf 3,6 Milliarden Euro. Knackpunkte waren zuletzt noch die Steuer- und die Rentenreform, die die Gläubiger von Griechenland fordern. Eigentlich wollten beide Seiten noch vor einer Tagung der Euro-Finanzminister auf Malta an diesem Freitag einen politischen Durchbruch erzielen.

Doch auch wenn dies gelingt, bleiben vor der Auszahlung des Geldes noch mehrere Hürden: Zunächst müssten Experten der Geldgeber in Athen formal die Überprüfung der Reformmaßnahmen abschließen. Dann müsste der IWF endgültig seine finanzielle Beteiligung zusagen, denn das ist für Deutschland Voraussetzung für weitere Auszahlungen, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zuletzt unterstrich. Dringend benötigt wird das frische Geld im Juli, denn dann muss Griechenland Kredite von mehr als sieben Milliarden Euro zurückzahlen.

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