Zu Gast beim „Kölner Stadt-Anzeiger“: Reger Austausch zwischen Zeitung und Lesern

100 Gäste kamen, um über den „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu diskutieren.

Kritisch und aufmerksam, gut informiert, interessiert an der journalistischen Arbeit und dabei voller Wohlwollen und Wertschätzung: Wenn die 100 Gäste, die Chefredakteur Carsten Fiedler am Mittwoch im Neven DuMont Haus begrüßen konnte, für die Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ insgesamt stehen, dann braucht es der Redaktion um die Kommunikation zwischen der Zeitung und ihren Lesern auch in Zukunft nicht bange zu sein. „Wir wollen wissen, was Ihnen gefällt, aber auch, was Sie stört und was sie sich anders wünschen“, sagte Fiedler zu Beginn eines Gesprächsabends für Leser, und diese gaben hierauf klare Antworten.

Sie reichten vom Wunsch nach einem entschiedeneren Bekenntnis zu Köln als Stadt bis hin zu sehr konkreten Punkten. So kamen wiederholt Kürzungen beim wöchentlichen Kinoprogramm zur Sprache. Fiedler und sein Stellvertreter Lutz Feierabend warben hier einerseits um Verständnis für unumgängliche Einsparungen. Sie konnten aber auch mit der positiven Nachricht aufwarten, dass die Filmbesprechungen im „Magazin“ seit kurzem wieder breiteren Raum einnehmen. „Sie haben mit ihren Rückmeldungen an Verlag und Redaktion einen Nerv getroffen. Wir haben darauf reagiert und das frühere Angebot fast wieder hergestellt.“

Keine gelenkte Berichterstattung

Eine kritische Frage richtete sich an die Praxis der Zeitung, in der Berichterstattung über Kriminalfälle die Nationalität von Verdächtigen und Tätern zu nennen. Hierzu verwies die Chefredaktion auf eine soeben geänderte Richtlinie des Deutschen Presserats, wonach es für die Nennung der Herkunft eines begründeten Zusammenhangs mit der Tat und eines öffentlichen Interesses bedarf. Der Chefredakteur ordnete diese Diskussion in einen größeren Zusammenhang ein: „Natürlich nehmen auch wir die Debatte über einen Vertrauensverlust der Medien insgesamt wahr. Wir stellen uns ihr mit größtmöglicher Transparenz. Es ist uns wichtig, zu zeigen, dass es keine gelenkte Berichterstattung oder gar »Meinungsdiktatur« gibt, wie manche behaupten.“

Im neuen Newsroom erläuterten Fiedler und seine Stellvertreter, Lutz Feierabend und Rudolf Kreitz, die Vorteile einer engen – auch räumlichen – Verzahnung von Print- und Online-Redaktion. Fiedler: „Direkte Absprachen sowie eine schnelle Reaktion auf aktuelle Nachrichten sind enorm wichtig. Es geht heute nicht mehr alleine darum, eine qualitativ hochwertige Tageszeitung zu produzieren. Wir müssen mit unseren Nachrichten und Geschichten auch auf die Computer, Smartphones und Tablets unserer Leser. Die Arbeit von Journalisten ist hochkomplex geworden.“

Tippfehler und andere Ungenauigkeiten

Genau darauf richtete sich das Interesse der Leser. So erläuterten Fiedler und seine Kollegen, dass die Redaktion täglich bis Mitternacht besetzt ist, um auf aktuelle Entwicklungen in späteren Druckausgaben der Zeitung und natürlich online reagieren zu können. Ein leidiges Thema in diesem Zusammenhang: Tippfehler und andere Ungenauigkeiten. „Darüber, glauben Sie mir, ärgern wir uns alle selber am meisten“, sagte Fiedler. Er bat um Verständnis, dass Schnitzer gerade unter hohem Zeitdruck nie auszuschließen seien, wenn etwa die Sportreporter ihren Bericht über ein Spiel in der Champions League praktisch mit dem Schlusspfiff abliefern müssen. Fiedler berichtete aber auch von Überlegungen, vorhandene Korrektur-Routinen durch innovative Techniken zu ergänzen.

Während die Leser noch diskutierten, liefen im Druckzentrum nebenan bereits die ersten Exemplare der Frühausgabe des „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Band – druckfrisch zum Mitnehmen für Teilnehmer am ersten Leserabend. Ein zweiter ist schon terminiert – und ebenfalls...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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