Wie gesund ihr esst, hängt auch von euren Kollegen im Job ab

Kolleginnen und Kollegen können laut einer Studie zu einer gesünderen Ernährung ermutigen. - Copyright: Getty Images
Kolleginnen und Kollegen können laut einer Studie zu einer gesünderen Ernährung ermutigen. - Copyright: Getty Images

Ihr habt den Entschluss gefasst, euch gesünder zu ernähren? Dann können Motivation und Selbstdisziplin euch dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Aber was ihr wahrscheinlich nicht wusstet: Auch eure Kollegen beeinflussen, wie gesund ihr esst. Das fanden Wissenschaftlerinnen aus Köln und Utrecht in einer Studie heraus.

Dazu untersuchten sie die Daten von über 4300 Beschäftigten. „Unsere Studie hat gezeigt, dass Mitarbeiter eher bereit sind, Obst und Gemüse zu essen und sich körperlich zu betätigen, wenn ihre Kollegen einen gesunden Lebensstil fördern“, schreibt die Professorin Lea Ellwardt von der Universität Köln im Studienbericht „Employees' Healthy Eating and Physical Activity: The Role of Colleague Encouragement and Behavior“, der in der Fachzeitschrift "BMC Public Health" veröffentlicht wurde.

Kollegen ermutigen zu gesünderer Lebensweise

Was man in der Forschung schon länger weiß: Der Freundes- und Familienkreis hat einen wesentlichen Einfluss darauf, wie viel Sport wir treiben und wie gesund wir uns ernähren. Über die Rolle der Arbeitskolleginnen und -kollegen war bislang jedoch wenig bekannt. Dabei verbringen wir einen Großteil unserer Lebenszeit auf der Arbeit. „Die Studie ist eine der ersten, die sich mit der Rolle des Verhaltens von Kollegen befasst und dabei einen Netzwerkansatz verfolgt, der auch direkte Kollegen einbezieht", so Ellwardt.

Lea Ellwardt und ihre Kollegin Anne van der Put von der Abteilung für Soziologie der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Universität Utrecht nutzten für ihre Studie die European Sustainable Workforce Survey. Diese umfasst Daten von 4345 Beschäftigten in 402 Teams aus 113 Unternehmen.

Das Ergebnis der Analyse: Beschäftigte essen mit größerer Wahrscheinlichkeit Obst und Gemüse und bewegen sich mehr, wenn ihre Kolleginnen und Kollegen sie zu einem gesunden Lebensstil ermutigen. Was allerdings nicht klappt: Menschen treiben nicht mehr Sport, weil Kollegen es tun oder sie dazu ermutigen. „Eine Erklärung für unser negatives Ergebnis könnte sein, dass körperliche Aktivität typischerweise außerhalb der Arbeitszeit stattfindet, wo sie für die Kollegen kaum sichtbar ist“, so Ellwardt.

Insgesamt, so das Fazit der Forscherinnen, könne die Ermutigung von Kollegen sowie ihr eigenes gesundes Verhalten dazu beitragen, eine Gesundheitskultur am Arbeitsplatz zu schaffen und Mitarbeiter dabei zu unterstützen, selbst gesunde Entscheidungen zu treffen.

Den Autorinnen zufolge ist dies ein vielversprechender Ansatz für Führungskräfte und Entscheidungsträger im Bereich der öffentlichen Gesundheit. „Unsere Studie deutet darauf hin, dass es bei der Konzeption von Gesundheitsmaßnahmen wichtig ist, neben anderen sozialen Einflüssen wie dem des Partners oder der Partnerin, Familienmitgliedern und Freunden auch das Arbeitsumfeld einzubeziehen."

In Bezug auf gesundes Verhalten seien Kollegen also wichtige Quellen sozialer Unterstützung und können als Vorbilder dienen, so Ellwardt. In der Zukunft könnte man untersuchen, wie sich die Einflüsse im Laufe der Zeit verändern – oder aber, wie lange es dauert, bis sich ein neuer Mitarbeiter an die aktuelle "Gesundheitsnorm" am Arbeitsplatz anpasst.