Gesund oder ungesund: Was sollte man bei Kartoffelschalen alles wissen?

Kartoffelschälen ist aufwendig und zuweilen lästig. Darum lassen viele die Schale beim Kochen dran, manche verzehren sie sogar mit. Doch kann das wirklich gesund sein?

Kartoffeln sind gesund und lecker! Bei der Schale gibt es allerdings einiges zu beachten. (Bild: Getty Images)
Kartoffeln sind gesund und lecker! Bei der Schale gibt es allerdings einiges zu beachten. (Bild: Getty Images)

Kartoffeln dienen als Basis für viele verschiedene Gerichte und erfreuen sich gerade bei den Deutschen großer Beliebtheit. Doch sie zu schälen, finden viele lästig und lassen die Schale deswegen lieber dran – auch beim Essen. Eine zeitsparende Lösung, die einigen Kartoffelgenießern sogar besser schmeckt, in manchen Fällen aber nicht zu empfehlen ist.

Laut dem Online-Magazin We Go W!ld empfiehlt die Bundesanstalt für Kartoffelforschung keine Kartoffeln mit Schale zu verzehren. Der Grund sind neben der Behandlung von vielen Kartoffelernten mit Keim- oder Schimmelhemmungsmitteln auch die in der Kartoffel enthaltenen Solanine.

Solanine: Der natürliche Pflanzenschutz kann in hohen Mengen giftig sein

Im Schalenbereich bilden Kartoffeln eine kleine Menge an Glykoalkaloide – sogenanntes Solanin und Chaconin. Diese Stoffe gehören zu den Alkaloiden und dienen zur Abwehr von Fraßfeinden, Insekten und Pilzen. Solanin ist quasi der natürliche Pflanzenschutz der Kartoffel – und kann in hohen Mengen tatsächlich für Unwohlsein und Krankheitssymptome sorgen.

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Grund zur Panik gibt es dabei erst mal nicht: Je nach Sorte liegt der Solanin-Grundgehalt in einer einzelnen Kartoffel zwischen ganzen 0,002 und 0,01 Prozent, bei Lichteinstrahlung und ungünstigen Lagerbedingungen (z.B. durch Schädlinge, verletzte Knollen und Keimung) steigt er an. Doch diese "alten" Kartoffeln würden sowieso die wenigsten von uns verspeisen. Übrigens ist der Solanin-Wert auch je nach Sorte unterschiedlich. Wer mehr über "seine" Kartoffel wissen will: Der Gesamtwert von beiden Glykoalkaloiden wird als SGA-Wert einer Kartoffel angegeben und kann online nachgeschlagen werden.

So wirken Solanine im Körper

Im seltenen Fall einer Solanin-Vergiftung können sich die Symptome von einem leichten Kratzen im Hals bis zu Kopfschmerzen, Durchfall und Erbrechen erstrecken. Stärkere Vergiftungsanzeichen sind Fieber, Sehstörungen, Atemlähmung und weitere neurologische Störungen. Eine derartig starke Vergiftung ist allerdings sehr unwahrscheinlich und dürfte nur auftreten, wenn man neben einer großen Menge Kartoffelschalen auch noch Pflanze und Blüte mitverspeisen würde. Die ersten Anzeichen für eine Vergiftung durch zu viel Solanin machen sich übrigens zumeist nach vier bis 19 Stunden bemerkbar.

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Sollte ich generell aufhören, Kartoffeln mit Schale zu essen?

Wer dann und wann mal eine Kartoffel mit Schale genießt, muss sich keine Sorgen machen: Generell gilt eine Aufnahme bis zu einem Milligramm Solanin pro Kilogramm des eigenen Körpergewichts als verträglich. Das heißt: Mit einem Gewicht von 65 Kilogramm kann man bis zu 65 Milligramm Solanin (650 Gramm Kartoffelschale) verzehren, ohne unschöne Symptome befürchten zu müssen. Und wer isst schon über ein Pfund Kartoffelschalen?

Nur bei vulnerablen Personengruppen ist Vorsicht geboten: Kinder mit geringem Körpergewicht und Schwangere sollten vorsichtshalber auf das Essen der Schale verzichten.

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