Gesundheitszustand von inhaftierter Aktivistin in Saudi-Arabien rapide verschlechtert

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Undatiertes Foto der Aktivistin von ihrem Facebook-Profil
Undatiertes Foto der Aktivistin von ihrem Facebook-Profil

Der Gesundheitszustand der hungerstreikenden Frauenrechtsaktivistin Ludschain al-Hathlul in Saudi-Arabien hat sich nach UN-Angaben rapide verschlechtert. Experten des UN-Frauenrechtsausschusses teilten am Donnerstag in Genf mit, der Zustand der 31-Jährigen sei "höchst alarmierend". Sie müsse "sofort" freigelassen werden. Die seit 2018 inhaftierte Frauenrechtsaktivistin befindet sich seit über einer Woche im Hungerstreik, um auf ihre Haftbedingungen aufmerksam zu machen. 

Die 23 unabhängigen Experten des UN-Ausschusses zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau (Cedaw) äußerten große Besorgnis über die Haftbedingungen in Saudi-Arabien und forderten die Freilassung aller Frauenrechtsaktivistinnen dort. Unter anderem sei es al-Hathlul nicht gestattet, regelmäßig Kontakt zu ihrer Familie zu haben. Die Familie erhebt den Vorwurf, die Aktivistin sei in der Haft sexuell belästigt und gefoltert worden. 

Al-Hathlul war im Mai 2018 zusammen mit rund einem Dutzend anderer Aktivistinnen verhaftet worden. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, Kontakt zu ausländischen Medien, Diplomaten und Menschrechtsgruppen zu pflegen. Ihre Unterstützer warfen den Behörden undurchsichtige Gerichtsverfahren vor. Drei Monate vor ihrer Verhaftung hatte sie Kontakt zu den UN-Experten des Cedaw.

Die saudiarabischen Behörden streiten alle Vorwürfe ab. Regierungsnahe Medien prangerten al-Hathlul und andere inhaftierte Aktivistinnen als "Verräterinnen" an. Die UN-Experten appellierten nun an König Salman, al-Hathluls Freilassung zu veranlassen.

sip/cp