Getreideabkommen zwischen Russland und der Ukraine um vier Monate verlängert

Kurz vor seinem Auslaufen ist das Getreideabkommen zwischen Russland und der Ukraine um weitere vier Monate verlängert worden. Eine entsprechende Einigung sei bei Gesprächen aller beteiligten Seiten erzielt worden, erklärte am Donnerstag der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Das von der Türkei und der UNO vermittelte Abkommen wäre ohne die Verlängerung in der Nacht zum Samstag ausgelaufen.

Die Verlängerung des Abkommens sei mit "allen Parteien" vereinbart worden, erklärte auch UN-Generalsekretär António Guterres. Die Einigung zeige, wie wichtig Diplomatie bei der Suche von multilateralen Lösungen sei. Erdogan seinerseits betonte auf Twitter die Bedeutung des Abkommens "für die Nahrungssicherheit in der Welt".

"Die Vereinten Nationen setzen sich auch dafür ein, die verbleibenden Hindernisse für den Export von Lebens- und Düngemitteln aus Russland zu beseitigen", erklärte Guterres zudem mit Verweis auf ein zweites Abkommen, das die Ausfuhr russischer Lebensmittel und Dünger trotz westlicher Sanktionen erlaubt. Beide Abkommen seien "unerlässlich, um die Preise für Nahrungsmittel und Düngemittel zu senken und eine weltweite Nahrungsmittelkrise zu vermeiden".

Russland hatte bis zuletzt offengelassen, ob es einer Verlängerung des Abkommens zustimmen wird. Moskau beklagte wiederholt, es könne sein Getreide und seine Düngemittel wegen der wegen des Krieges vom Westen verhängten Sanktionen nicht verkaufen.

Die von der UNO und der Türkei vermittelten Abkommen waren im Juli in Istanbul unterzeichnet worden, um die sichere Ausfuhr von ukrainischem Getreide durch einen Schutzkorridor im Schwarzen Meer und den Export von russischen Lebens- und Düngemitteln trotz des Krieges zu ermöglichen.

Seit Anfang August konnten dadurch mehr als elf Millionen Tonnen Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte aus ukrainischen Häfen transportiert werden. Etwa 40 Prozent davon gingen an Entwicklungsländer. Die Ukraine ist einer der größten Getreideproduzenten der Welt. Wegen des russischen Angriffskriegs sind die Exporte des Landes jedoch stark beeinträchtigt.

mhe/jes