Getreidepakt: Erdogan nach Telefonat mit Putin zuversichtlich

Der türkische Präsident Erdogan ist nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Putin zuversichtlich, was die Wiederaufnahme des Getreideabkommens betrifft. Dem türkischen Kommunikationsministeriums zufolge könne man eine "lösungsorientierte Zusammenarbeit" aufnehmen.

Russland hatte das Abkommen aufgrund von Angriffen auf seine Schwarzmeerflotte in Sevastopol auf der Halbinsel Krim ausgesetzt. Moskau erklärte, der Anschlag sei vom Getreidekorridor aus verübt worden. Die Ukraine und die UN bestreiten dies.

Die Vermittlung Erdogans war ausschlaggebend für das Zustandekommen des humanitären Abkommens, das im Rahmen der Vereinten Nationen abgeschlossen wurde und die ukrainischen Getreideexporte am 22. Juli freigab. Sie waren in den ersten Tagen nach Beginn des Krieges am 24. Februar unterbrochen worden.

Dank des humanitären Abkommens haben Russland und die Ukraine fast 10 Millionen Tonnen Getreide exportiert, wodurch die Nahrungsmittelkrise in vielen armen Ländern gelindert werden konnte und die Preise weltweit erheblich gesunken sind. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat das nun gefährdete Abkommen in nur drei Monaten "möglicherweise mehr als hundert Millionen Menschen davor bewahrt, in Armut zu geraten".