Gewalt bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in australischer Metropole Melbourne

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Demonstranten in Melbourne (AFP/William WEST)

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in der australischen Metropole Melbourne hat es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Mehr als tausend Demonstranten, viele von ihnen in Bauarbeiter-Kleidung und Warnwesten, zogen am Dienstag durch das Zentrum von Australiens zweitgrößter Stadt und riefen Parolen gegen Corona-Impfungen und Lockdown-Vorschriften. Einige zündeten Leuchtraketen an, bewarfen die Polizeibeamten mit Flaschen und griffen Polizeiwagen an.

Der Polizeichef des Bundesstaates Victoria, Shane Patton, erklärte, zur Bewältigung dieser "herausfordernden" Situation seien rund 500 Beamte im Einsatz gewesen. Sie setzten Schlagstöcke, Gummigeschosse, Pfefferspray und Blendgranaten ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Dies sei "notwendig" gewesen, "weil wir diese Art von Verhalten nicht weiter laufen lassen können", betonte Patton. Nach seinen Angaben wurden mindestens drei Polizisten verletzt, mehr als 40 Krawallmacher seien festgenommen worden.

Die Demonstranten trugen unter anderem Bilder des früheren US-Präsidenten Donald Trump zur Schau. Es gab mehrere Übergriffe auf Journalisten, ein Fernsehreporter wurde bei einer Liveübertragung von einer Dose am Kopf getroffen.

In Melbourne war vor sieben Wochen ein strikter Corona-Lockdown verhängt worden, um die Ausbreitung der Delta-Variante einzudämmen. Einige Infektionsherde wurden im Zusammenhang mit Baustellen festgestellt, wo ein laxer Umgang mit Corona-Schutzbestimmungen herrschen soll.

Die Behörden reagierten darauf mit immer schärferen Restriktionen. So schlossen sie Pausenräume für Bauarbeiter, kündigten eine Corona-Impfpflicht für Bauarbeiter an und schlossen zuletzt fast alle Baustellen der Stadt für zwei Wochen.

yb/ju

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