Gewaltsame Auseinandersetzungen nach Leichenfund in Nairobi

In einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat der Fund von vier Leichen zu gewaltsamen Protesten geführt. Die Bewohner machen eine Gang, deren Mitglieder dem Kikuyu-Stamm von Präsident Uhuru Kenyatta angehören, für die Morde verantwortlich

In einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat der Fund von vier Leichen zu gewaltsamen Protesten geführt. Nach Polizeiangaben wurden die Leichen von drei Männern und einer Frau am Sonntagmorgen in dem Armenviertel Mathare entdeckt. Daraufhin steckten wütende Slum-Bewohner drei Fahrzeuge in Brand. Sie machten eine kriminelle Gang, deren Mitglieder dem Kikuyu-Stamm von Präsident Uhuru Kenyatta angehören, für die Morde verantwortlich.

Der Polizeichef von Nairobi erklärte, auf die Opfer sei mit stumpfen Gegenständen eingeschlagen worden, bei einer Leiche wurden demnach auch Stichverletzungen festgestellt.

In dem Slum Mathare leben neben den Kikuyu auch Angehörige ethnischer Gruppen, die den Oppositionsführer Raila Odinga unterstützen. Dort war es bereits während der Präsidentschafts-Neuwahlen im Oktober zu gewaltsamen Protesten gekommen.

Landesweit hatten Oppositionsanhänger die Neuauflage der Wahl vom August mehrheitlich boykottiert, der Urnengang war von Gewalt überschattet worden. Odinga hatte vor der Wiederholung der Wahl seine Kandidatur aus Protest gegen die umstrittene Wahlkommission des Landes zurückgezogen und zum Boykott der Neuwahl aufgerufen. Amtsinhaber Kenyatta war mit 98,2 Prozent der Stimmen wieder als Wahlsieger hervorgegangen.

Das Oberste Gericht des Landes entscheidet am Montag, ob der 56-Jährige seine zweite Amtszeit antreten kann. Die Opposition fordert wegen Unregelmäßigkeiten eine weitere Neuwahl. Bei Protesten der Opposition waren erst am Freitag drei Menschen erschossen worden.

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