Gewerkschaft: 250.000 demonstrieren in Paris gegen Rente mit 64

Ungeachtet eines Kompromissangebots der französischen Regierung hat es in Paris erneut Proteste gegen die geplante Rentenreform gegeben. Nach Angaben der einflussreichen Gewerkschaft CGT beteiligten sich daran knapp 250.000 Menschen. Bei der vorausgegangenen letzten Großaktion vor genau einer Woche hatte die Gewerkschaft die Teilnehmerzahl mit knapp 370.000 angegeben, das Innenministerium sprach nur von 56.000 Demonstranten.

Nach monatelangen Protesten hatte sich Regierungschef Edouard Philippe am Wochenende erstmals bereit gezeigt, auf die mit der Reform geplante faktische Anhebung des Rentenalters von 62 auf 64 Jahre vorerst zu verzichten. Bis zum 15. April soll es eine von den Gewerkschaften vorgeschlagene Konferenz zur alternativen Finanzierung der Rentenreform geben. Bringt diese keine Einigung, will die Regierung die Rente mit 64 allerdings per Verordnung beschließen.

Das Kompromissangebot der Regierung spaltete die Gewerkschaften: Die größte Gewerkschaft CFDT sprach von einem "Sieg", die einflussreiche CGT dagegen von "Augenwischerei". Die CGT und andere Gewerkschaften fordern den vollständigen Verzicht auf die Reform, mit der Präsident Emmanuel Macron die mehr als 40 Rentensysteme vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen will.