Gewerkschaften werben mit Aktionstag für Stärkung der gesetzlichen Rente

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Rentnerinnen bei einem Spaziergang (AFP/Ronny Hartmann)

Kurz vor der Bundestagswahl haben die Gewerkschaften mit bundesweiten Aktionen die künftige Regierung aufgefordert, die gesetzliche Rente zu stärken. Vor allem an Bahnhöfen in ganz Deutschland warb der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Dienstag für seine Positionen. Die Gewerkschaften warnten vor einem sinkenden Rentenniveau und einem höheren Renteneintrittsalter.

Der Pendleraktionstag des DGB stand unter dem Motto "Echt gerecht: Die gesetzliche Rente stärken!". Informationsveranstaltungen fanden dabei an mehr als 200 Orten in ganz Deutschland statt. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften werben dafür, das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent zu halten. Voraussetzung für eine sichere Rente sind nach Überzeugung des DGB auch ein auf zwölf Euro erhöhter Mindestlohn und eine stärkere Tarifbindung bei den Gehältern.

"Die nächste Koalition muss die gesetzliche Rente stärken, indem sie das Rentenniveau dauerhaft stabilisiert und perspektivisch wieder erhöht – auch über das Jahr 2025 hinaus", hatte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann im Vorfeld der Aktion gefordert. Er warnte auch vor einem höheren Renteneintrittsalter: Dies sei "nur eine weitere Rentenkürzung für diejenigen, die hart und körperlich oder seelisch belastend arbeiten".

Die IG Metall forderte anlässlich des Aktionstags die künftige Bundesregierung zum aktiven Handeln in der Rentenpolitik auf. "Wenn die Politik nicht mit Mut das Steuer herumreißt, kommt es in spätestens fünf Jahren zu weiteren Lücken in der gesetzlichen Rente", erklärte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Auch er wandte sich entschieden gegen Forderungen nach einem höheren Renteneintrittsalters: "Eine weitere Erhöhung des Rentenalters führt nicht zu längerem Arbeiten, sondern allzu oft zu höheren Rentenabschlägen und damit zu einer massiven Rentenkürzung durch die Hintertür."

Der IG-Bau-Chef Robert Feiger forderte eine "grundlegende Rentenreform". Wer mehr und härter arbeite, solle am Ende auch eine höhere Rente bekommen als heute. "Die neue Bundesregierung muss deshalb die Rente ab Herbst anpacken und auf neue Füße stellen: Wir müssen endlich Altersarmut effektiver verhindern", erklärte Feiger. Notwendig sei eine Rentenkasse, in die alle einzahlten – "Arbeiter, Angestellte, Selbständige, Beamte, Parlamentarier und Minister: der Polier genauso wie die Professorin und der Politiker".

cax/mt

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