Ihre Gier war grenzenlos : Hamburgs größte Betrüger

Diese drei Männer zockten mehr als 200 Millionen Euro ab.

Einen Film dürften die drei Herren, um die es hier geht, mit Sicherheit gesehen haben: „Wall Street“. Michael Douglas spielte darin 1987 den Finanzhai Gordon Gekko, und in diesem Film gibt es eine legendäre Szene. Der gewissenlose Investor hält vor Anlegern eine Rede, sagt: „Gier ist gut, Gier ist richtig. Und sie funktioniert!“ Ja, unglaubliche Gier – das war die Triebfeder dieser drei Männer. Und in einem Fall sicher auch die ihrer Opfer. Voilà, Hamburgs größte Betrüger: Jürgen Harksen (56), Heinrich Maria Schulte (63) und Wolfgang Auffermann (60).

Als die MOPO 1990 erstmals über Jürgen Harksen und seine dubiosen Finanzgeschäfte berichtete, bekam der Autor einen Anruf: „Sagen Sie, dass alles nicht wahr ist! Sagen Sie es!“ Am Telefon war ein Sparkassen-Direktor aus Schleswig-Holstein. Am Ende des Gesprächs war der Mann vollkommen niedergeschlagen, sprach sogar von Freitod. Er war nicht der Einzige, der diesem hässlichen, schlecht gekleideten und ungebildeten Sohn einer Friseurin sein ganzes Geld anvertraut hatte.

Ja, Jürgen Harksen hatte seine Schularbeiten gemacht, die Menschen studiert und ihre große Schwäche erkannt, die auch seine eigene war: Gier. 1300 Prozent Rendite versprach er. Wofür? Für Beteiligungen an einer völlig dubiosen Investment-Firma mit dem Namen „Nordanalyse“. Angeblich ging es um Öl auf Spitzbergen. Alles großer Quatsch. Aber Harksen spielte das uralte Spiel namens Schneeballsystem. Er zahlte einige Anleger nach kurzer Zeit  aus – und die erzählten die Story vom Finanz-Jongleur mit dem goldenen Händchen gern weiter.

Dazu kamen eigentlich eher unhanseatische Protz-Auftritte mit Ferraris und Bentleys auf dem Jungfernstieg, Gala-Abende in teuren Hotels und Besuche in Luxus-Restaurants mit den Anlegern.  In der Hamburger Gesellschaft gab es bald nur noch ein Thema: Harksen und seine 1300 Prozent – oder „Faktor 13“, wie der „Finanz-Experte“ gern schwadronierte.  Harksen, eigentlich ein linkischer Typ, war psychologisch begabt. Einige Anleger ließ er sogar darum betteln, bei ihm „investieren“ zu dürfen. Ganz schlimm spielte er einem Immobilieninvestor mit: Dem damaligen Besitzer eines Grindel-Hochhauses knöpfte er locker mehr als 13 Millionen Euro ab. Der Mann ging psychisch fast daran zugrunde, hatte er sich doch bis dahin selbst für den gewieftesten Geschäftsmann Hamburgs gehalten. Harksen belehrte ihn eines Besseren.

Ein weiteres Opfer...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo

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