Forscher entdecken planetenschluckenden Stern

Ob die Maya diese Art von Weltuntergang für unseren blauen Planeten vorgesehen hatten? Forscher haben bei einem alternden Stern starke Indizien dafür gefunden, dass er einen Planeten geschluckt hat. Dieses Schicksal wird mit ziemlicher Sicherheit auch unserer Erde widerfahren, sagen die Wissenschaftler – allerdings ist es bis dahin noch etwas hin.


Wie das Magazin „Forbes“ berichtet, gilt das Interesse der Forscher dem etwa 1800 Lichtjahre entfernten Stern BD+48 740, der zur Klasse der „Roten Riesen“ gehört. Das bedeutet, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist. Dann geht der Wasserstoff im Kern zur Neige, die Kernfusion setzt aus und in der Hülle werden riesige Mengen Energie frei. Der Stern dehnt sich dann aus, wird riesig und leuchtet rot. Die Planeten in nahen Umlaufbahnen laufen dann Gefahr, eingesogen und vernichtet zu werden.

„Ein ähnliches Schicksal könnte den inneren Planeten unseres Sonnensystems drohen, wenn unsere Sonne ein Roter Riese wird und sich bis zum Kern unserer Erde ausdehnt“, sagt Professor Alexander Wolszczan von der Pennsylvania State Universität. Bis dahin haben wir allerdings noch etwas Zeit: Rund fünf Milliarden Jahre – wenn nichts dazwischenkommt.

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Wie die BBC berichtet, beobachtete das spanisch-polnisch-us-amerikanische Forscherteam BD+48 740 vom Hobby Eberly Teleskop aus, das zum McDonald Observatorium in Texas gehört. Seit 2005 ist der Stern, der elfmal so groß wie unsere Sonne ist, im Visier der Gruppe. Zwei Indizien sprechen aus Sicht der Forscher dafür, dass der Rote Riese kürzlich den am nächsten um ihn kreisenden Planeten eingesogen und zerstört hat.

So ergaben spektroskopische Untersuchungen des Sterns – das bedeutet, dass man seine Färbung auf chemische Elemente untersucht – , dass der Himmelskörper große Mengen von Lithium enthält, ein Leichtmetall. Lithium hält sich nie lange in Sternen – zumindest wenn man in galaktischen Zeiträumen denkt. Eine hohe Menge von Lithium in einem alternden Stern wie diesem sei äußerst ungewöhnlich, sagen die Wissenschaftler.

„Theoretiker haben nur wenige, sehr spezifische Bedingungen abgesehen vom Big Bang definiert, unter denen Lithium in Sternen produziert werden kann“, erläutert Wolszczan. Im Falle von BD+48 740 sei es sehr wahrscheinlich, dass das Lithium von einem Objekt von der Größe eines Planeten erzeugt wurde, der in den Stern gesogen wurde und sich dabei massiv erhitzt hat.

Das zweite Indiz ist die seltsame Umlaufbahn des neuen "Nachbarn" des Himmelskörpers. Der jetzt nächste Planet ist etwa 1,6-mal so groß wie Jupiter und umrundet BD+48 740 in einer übermäßig ausgeprägten Ellipse. „In Planetensystemen, die um ihren Stern entstanden sind, sieht man solche starken Ellipsen eigentlich nie“, sagt Co-Forscher Andrzej Niedzielski von der Nicolaus Copernicus Universität in Torun, Polen, der BBC.

Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass die Energie, die beim Verschlucken des verschwundenen Planeten freigesetzt wurde, den Planeten in seine neue Bahn geschleudert haben muss. „Dieser massiv verlängerte Orbit des Planeten ist genau der Beweis, der auf eine vergleichsweise kürzlich erfolgte Zerstörung eines Planeten durch seinen Sonne hindeutet“, sagt auch die Co-Autorin Eva Villaver von der Universidad Autonoma in Madrid.




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