Giftstoffe: FDP kritisiert Erste-Hilfe-Vorsorge im Anschlagsfall

Speziell bei Gift-Anschlägen gebe es nicht genügend Gegenmittel, meint der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe.

Einen terroristischen Anschlag mit chemischen Kampfstoffen, zum Beispiel Nervengiften wie VX, können Sicherheitsexperten nicht ausschließen, auch wenn es derzeit kein konkretes Bedrohungsszenario gibt. Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe wollte wissen, wie die Erste Hilfe in Berlin organisiert ist, sollte es zu einem solchen Anschlag kommen. Die Antwort der Senatsinnenverwaltung auf seine parlamentarische Anfrage überzeugt ihn nicht. Er wirft der Verwaltung vor, schlecht vorbereitet zu sein. Die Anfrage ist noch nicht veröffentlicht, sie liegt der Berliner Morgenpost vor.

Kommt es zu einer Vergiftung mit Kampfstoffen, können die Betroffenen nur gerettet werden, wenn ihnen unverzüglich ein Gegenmittel (Antidot) verabreicht wird. Bei VX ist dies in aller Regel Atropin. Dieses gehöre zur Standardausstattung der Notarztwagen sowie derjenigen Rettungswagen, die mit Notfallsanitätern besetzt sind, erklärte Innenstaatssekretär Torsten Akmann in seiner Antwort. Die Einsatzfahrzeuge der Polizei seien nicht mit Atropin oder anderen Gegengiften ausgerüstet, weil diese Medikamente nur unter Beteiligung eines Arztes gespritzt werden dürften. Nach Freigabe durch einen Notarzt oder den ärztlichen Leiter der Feuerwehr dürfen auch Notfallsanitäter und Rettungsassistenten Atropin injizieren, Rettungssanitäter und Polizisten indes nicht.

FDP-Innenexperte Luthe hält das für unzureichend. Er fordert, Polizisten und Rettungssanitäter im Rahmen der Ersten Hilfe entsprechend zu schulen und die rechtliche...

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