Gleichberechtigung: Warum habt Ihr nicht lauter geschrien, #Coronaeltern?

Ileana Grabitz, Marc Brost

Die Pandemie belastet vor allem Frauen wie nie. Im Podcast spricht Janina Kugel, Ex-Personalchefin von Siemens, über Geschlechterrollen und eine gerechtere Arbeitswelt.

Adieu Geschlechtergerechtigkeit: Viele Frauen fühlen sich dank Corona in tradierte Rollenmuster zurückgedrängt. © Christof Mattes/​plainpicture

Deutschland ist auf dem Weg aus dem Lockdown, doch bei aller Erleichterung über die schrittweise Wiedereröffnung von Läden, Restaurants und Schwimmbädern werden die Klagen einer Bevölkerungsgruppe immer lauter: Die der Eltern, die seit bald drei Monaten Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung zugleich stemmen müssen – ein kräftezehrender Balanceakt, dessen Hauptlast in vielen Familien noch immer bei den Frauen liegt, und bei dem kaum ein Ende abzusehen ist. Die Corona-Maßnahmen der Politik drehten sich nur um die Wirtschaft, wird bemängelt, die Belange der Familien würden zu wenig beachtet.

Hat die Politik ausgerechnet die Eltern im Stich gelassen? Drängt die Pandemie die Frauen wirklich in längst überkommen geglaubte Rollenmuster zurück? Und was müssen Unternehmen und Politik jetzt tun, um Familien zu helfen und die befürchtete Rolle rückwärts in Sachen Emanzipation zu verhindern? In Folge elf von Das Politikteil diskutieren wir diese Fragen mit einer Frau, die sowohl das private Dilemma zwischen Homeoffice und Homeschooling als auch Karrieremuster und Arbeitsstrukturen in der Wirtschaft bestens kennt: Janina Kugel, selbst Mutter von Zwillingen, war bis Anfang des Jahres Personalchefin bei Siemens und ist damit eine der wenigen Frauen, die es in Deutschland überhaupt in den Vorstand eines Dax-Unternehmens geschafft hat. Kugel ist heute als Aufsichtsrätin und Beraterin tätig.

In Das Politikteil sprechen wir über Politik – was sie antreibt, was sie anrichtet, was sie erreichen kann: jeden Freitag mit zwei Moderatoren, einem Gast und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Ileana Grabitz und Marc Brost sowie Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing zu hören.

Marc Brost, Ileana Grabitz © Meiko Herrmann für ZEIT ONLINE