Gleiche Chancen durch Bildung? Das sagt eine neue Studie

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Hat der soziale Status der Eltern nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium Einfluss auf die Karriere? Eine neue Studie liefert überraschende Ergebnisse.

Bildung alleine reicht nicht für eine spätere Karriere aus (Symbolbild: Getty Images)
Bildung alleine reicht nicht für eine spätere Karriere aus (Symbolbild: Getty Images)

Unseren Kindern soll es einmal besser gehen als uns – dieses Ziel setzen sich viele Eltern. Der Nachwuchs soll gute berufliche Chancen durch mehr Bildung bekommen. Doch reicht ein erfolgreich abgeschlossenes Studium für eine glänzende Kariere im Beruf?

Eine neue Studie der North Carolina State University ergab, dass soziale Ungleichheit unabhängig vom Bildungserfolg weiterhin besteht. Das gelte insbesondere für Männer.

Verdienst ist abhängig vom Bildungsniveau der Eltern

"Bildung ist nicht der Ausgleich, für den ihn viele Menschen halten", sagt Anna Manzoni, Autorin der Studie und Professorin für Soziologie an der North Carolina State University.

Für die Studie untersuchten die Forscher zwischen 2010 und 2017 die Daten von 32.337 Männern und 24.482 Frauen. Befragt wurden Teilnehmer zwischen 35 und 67 Jahren zu ihrem Einkommen und ihrem Elternhaus.

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Die Analyse ergab, dass Personen, deren Eltern einen ähnlichen Abschluss hatten, mehr Geld verdienen, als diejenigen deren Eltern ein geringeres Bildungsniveau hatten. So verdiene etwa ein Sohn der Arzt wird und einen Vater hat, der ebenfalls Arzt war, mehr Geld, als ein anderer Sohn, der Arzt wird, dessen Vater aber nur einen Bachelor-Abschluss hat.

Zugang zu Bildung ist wertvoll aber nicht ausreichend

Dieser Effekt habe sich auch bei der Untersuchung der weiblichen Studienteilnehmer gezeigt, sei aber viel schwächer. "Der Effekt, den wir hier sehen, bewahrt im Wesentlichen die soziale Schichtung für Söhne – weniger für Töchter", sagt Manzoni. "Wir denken gerne, wenn es jemand aufs College schafft, Anwalt wird, Arzt wird, hat er es geschafft." Doch die Ergebnisse zeigten, dass selbst bei einem fortgeschrittenen Abschluss, keine Chancengleichheit bestehe. Vorteile hätten diejenigen, die von vornherein auf der sozialen Leiter höher angefangen haben.

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Das Ergebnis der Studie zeige, dass die Erweiterung des Zugangs zu Bildung zwar wertvoll sei, aber Bildung allein nicht ausreiche, um die Problematik unserer Gesellschaft in Bezug auf soziale Ungleichheit zu lösen.

"Diese Arbeit zeigt, dass soziale Herkunft wichtig ist, aber es ist nicht klar, was diese strukturelle Ungleichheit antreibt", so Manzoni. "Ist es soziales Kapital? Zugang zu Netzwerken? Unterschiedliche finanzielle Ressourcen? Wird der elterliche Hintergrund immer wichtiger, da ein größerer Prozentsatz der Bevölkerung einen Hochschulabschluss erhält? Liegt der Vorteil im Beginn der Karriere eines Kindes? Es gibt immer noch viel Raum für zusätzliche Forschung zu diesem Thema."

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