Warum sich der Golden Boy für die Alte Dame entscheidet

Maximilian Lotz
Matthijs de Ligt (2.v.l.) führte in der Vorsaison Ajax Amsterdam bis ins Champions-League-Halbfinale

Matthijs de Ligt hielt es zunächst für einen Scherz, als Cristiano Ronaldo ihn ansprach.

"Ich war etwas schockiert, deshalb habe ich gelacht", sagte de Ligt nach dem Nations-League-Finale.


Kurz zuvor hatte Portugals Superstar den niederländischen Nationalspieler beim obligatorischen Abklatschen auf dem Rasen von einem Wechsel zu Juventus Turin überzeugen wollen. "Ich habe ihn zuerst gar nicht verstanden", erklärte de Ligt hinterher.

Was Anfang Juni tatsächlich noch abwegig klang, wird nun immer konkreter: De Ligt wechselt zu Juve. Am späten Nachmittag wird er in Turin erwartet, am Mittwoch soll der Medizincheck erfolgen.

Korb für Barca, PSG und Bayern

Der "Golden Boy" 2018 entscheidet sich für die Alte Dame - und erteilte damit namhaften Nebenbuhlern wie FC Barcelona, Paris Saint-Germain, Manchester United oder FC Bayern eine Abfuhr.


Ob nun Ronaldos Worte den Ausschlag gaben, bleibt reine Spekulation. Dass CR7 sein großes Idol in seiner Kindheit war, verriet de Ligt unlängst dem niederländischen Magazin Voetbal International: "Ich wollte immer Cristiano Ronaldo sein, wenn ich im Garten Fußball gespielt habe."

Ab der kommenden Saison spielt de Ligt nun Seite an Seite mit Ronaldo.

Jetzt aktuelle Fanartikel von Juventus Turin bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Inklusive Bonuszahlungen soll sich die Ablösesumme italienischen Medien zufolge auf bis zu 75 Millionen Euro belaufen, sein neuer Vertrag läuft demnach bis 2024 und soll ihm ein jährliches Gehalt von zwölf Millionen Euro einbringen.

De Ligt ein Teil einer "goldenen Mauer"

Von einer "Muri d'Oro", einer "goldenen Mauer", war angesichts solcher Summen für einen 19 Jahre alten Abwehrspieler am Dienstag auf der Titelseite des Corriere dello Sport zu lesen. Dabei ist de Ligt sogar noch günstiger als der ebenfalls in diesem Zusammenhang genannte Harry Maguire, dessen 89-Millionen-Euro-Wechsel zu ManUnited unmittelbar bevorsteht.


Seinen Wert unterstrich der 2018 von Tuttosport als bester Nachwuchsspieler ausgezeichnete de Ligt bereits für Ajax Amsterdam, das er als jüngster Kapitän der Klubhistorie in der abgelaufenen Saison bis ins Halbfinale der Champions League führte.

Dass der Abwehrchef nach dieser sensationellen Saison seinem Jugendklub Ajax den Rücken kehren wird, deutete sich schon frühzeitig an.

Juves Vorzüge gegenüber der Konkurrenz

Dass ihn der nächste Karriereschritt allerdings nicht in eine europäische Topliga der Kategorie Premier League oder La Liga führt, sondern in Italiens Serie A, in der Juve praktisch konkurrenzlos einen Meistertitel nach dem anderen sammelt, überrascht zunächst.

DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Aber neben dem finanziellen Reiz hat Juventus auch in sportlicher Hinsicht gewisse Vorzüge zu bieten.


Mit Ronaldo messen, von Chiellini lernen

Sich tagtäglich im Training mit einem Cristiano Ronaldo messen zu können, ist für die Entwicklung eines bald 20 Jahre alten Innenverteidigers nicht das Schlechteste.

Und dabei gleichzeitig von Abwehrkanten wie Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini zu lernen, ist ein ebenso gewichtiger Aspekt.


De Ligt ist der Star-Neuzugang der Alten Dame neben den ablösefreien Verpflichtungen von Rückkehrer Gianluigi Buffon, sowie den Mittelfeldstrategen Aaron Ramsey und Adrien Rabiot.

De Ligt verkörpert Juves kluge Kaderplanung

Zusammen mit Shootingstar Moise Kean und den neu verpflichteten Verteidigertalenten Cristian Romero und Luca Pellegrini, steht de Ligts Verpflichtung auch für die eingeleitete Verjüngungskur bei der Alten Dame.

Und de Ligts Zusage ist auch ein Beleg dafür, dass die Bianconeri auf dem umkämpften Transfermarkt noch immer über große Strahlkraft verfügen - auch wenn der bislang letzte Champions-League-Titel nun schon 23 Jahre zurückliegt.

Die Transferpolitik von Präsident Andrea Agnelli, Sportdirektor Fabio Paratici sowie Vizepräsident und Verhandlungsführer Pavel Nedved unterstreicht: Im Kampf um den Henkelpott gibt Juve nicht auf.