Golden-Globes-Veranstalter dürfen keine Geschenke aus Filmbranche mehr annehmen

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Logo der Golden Globes

Die Veranstalter der US-Filmpreise Golden Globes dürfen künftig keine Geschenke von Vertretern der Unterhaltungsbranche mehr annehmen. Auch dürfen sie sich aus der Branche keine Reisen mehr spendieren lassen. Diese Änderung ihrer Statuten beschloss jetzt die Hollywood Foreign Press Association (HFPA), wie sie am Freitag mitteilte.

 In der Vereinigung sind rund 80 ausländische Journalisten zusammengeschlossen, die auf die Filmbranche spezialisiert sind. Diese Korrespondenten entscheiden über die Vergabe der Golden Globes.

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 Laut den neuen Regeln dürfen die HFPA-Mitglieder keine Geschenke von Filmstudios, Publizistinnen und Publizisten, Schauspielerinnen und Schauspielern, Regisseurinnen und Regisseuren und anderen Angehörigen der Film- und Fernsehbranche mehr akzeptieren.

 Auch will die HFPA eine Hotline für Beschwerden einrichten, die dann von einer unabhängigen Gruppe untersucht werden sollen. Ferner will die Vereinigung Berater zu Fragen der Vielfalt, Gleichheit und Integration anheuern.

Massive Kritik in den letzten Jahren: Korruption und Diskriminierung

 Die Golden Globes sind nach den Oscars die zweitwichtigsten Filmpreise der USA. Sie werden jedes Jahr einige Wochen vor den Oscars verliehen. Die Golden Globes waren seit dem vergangenen Jahr wegen der Auswahl ihrer Preisträger massiv in die Kritik geraten. Die Kritiker bemängelten, dass es der Liste der Geehrten an kultureller Vielfalt mangle.

 Den Golden-Globe-Veranstaltern wurde nicht nur Diskriminierung von Minderheiten, sondern teilweise auch Korruption vorgeworfen. Die HFPA reagierte bereits in den vergangenen Wochen mit einer Reihe von Reformen. So sollen künftig auch nicht-englischsprachige und animierte Filme am Rennen um die Preise in den Top-Kategorien teilnehmen können.

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Damit reagierten die Veranstalter unter anderem auf die Empörung vieler Filmfans darüber, dass der von Kritikern gefeierte Film "Minari" bei der diesjährigen Verleihung nur in der Kategorie "Fremdsprachiger Film" bewertet wurde. Der Film wurde zwar hauptsächlich auf Koreanisch gedreht, spielt jedoch im US-Bundesstaat Arkansas.

 Auch der südkoreanische Film "Parasite", der im vergangenen Jahr den Oscar als bester Film gewann, durfte bei den Golden Globes nicht in den Kategorien "Beste Komödie" oder "Bester Film" antreten. Im vergangenen Mai kündigte der US-Sender NBC an, die Verleihung der Golden Globes im kommenden Jahr nicht mehr zu übertragen.

 dja

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