Goldman Sachs warnt, dass der Ölpreis im Jahr 2024 eine Höchstmarke knacken wird – die möglichen Folgen sind jedoch umstritten

Durch steigende Ölpreise werden auch die Spritpreise getrieben. - Copyright: picture alliance/dpa | Matthias Bein
Durch steigende Ölpreise werden auch die Spritpreise getrieben. - Copyright: picture alliance/dpa | Matthias Bein

Laut Jeff Currie, dem scheidenden Rohstoffchef von Goldman Sachs, werden die Ölpreise im nächsten Jahr im dreistelligen Bereich liegen, da ein Superzyklus den Rohstoffsektor beflügelt.

Die Standard-Ölsorte Brent wird 2024 die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel erreichen, so die Goldman-Strategen in einer Mitteilung am Dienstag. Dies sei vor allem auf das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt zurückzuführen, das sich im Laufe des nächsten Jahres wahrscheinlich noch verschärfen und die Preise in die Höhe treiben werde, so Currie.

Currie, der seit Ende 2022 vor dreistelligen Ölpreisen gewarnt hat, sagte, dass die Nachfrage nach Rohöl gestiegen sei, und wies darauf hin, dass die Preise in der vergangenen Woche nahe der 100-Dollar-Marke lagen.

"Die Nachfrage übertrifft die Erwartungen. Sie liegt um mehr als eine halbe Million Barrel pro Tag über unseren Erwartungen", sagte er in einem Interview mit CNBC am Dienstag.

Droht ein Superzyklus?

Er wiederholte auch seine Warnung vor einem "Superzyklus" bei Rohstoffen und bezog sich dabei auf eine Periode, in der die Rohstoffpreise aufgrund chronischer Unterinvestitionen und eines Unterangebots steigen.

Das Überwiegen der Nachfrage gegenüber dem Angebot hat dazu beigetragen, die Rohölpreise bis 2023 in die Höhe zu treiben, wobei der Ölpreis auf ein Zehn-Monats-Hoch gestiegen ist, nachdem die OPEC im Sommer ihre umfangreichen Förderkürzungen eingeführt hatte. Rohöl der Sorte Brent wurde am Donnerstag mit rund 95 US-Dollar (etwa 89 Euro) pro Barrel gehandelt, während Rohöl der Sorte West Texas Intermediate mit rund 92 US-Dollar (etwa 86 Euro) pro Barrel gehandelt wurde.

Während Currie davon ausging, dass es zu einem Nachfragerückgang kommen würde, wenn der Ölpreis 125 bis 130 US-Dollar erreicht, sagen andere Experten, dass steigende Ölpreise potenziell schädlich für die Wirtschaft sind. Das liegt daran, dass höhere Preise an der Zapfsäule zu einer schwächeren Verbraucherstimmung führen könnten, was sich auf die Ausgaben, die Unternehmensgewinne und schließlich auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte.

Lesen Sie den Originalartikel auf Business Insider