Good News des Tages: Guter Samariter gibt seinen First-Class-Platz an Mutter mit krankem Baby

Maria Timtschenko
Freie Journalistin
Für Babys ist ein Flug wegen des Druckausgleichs nicht unproblematisch. (Symbolfoto: Getty Images/Adam Drobiec/EyeEm)

Manchmal reicht bereits eine kleine Geste, um jemandem den Glauben an das Gute zurückzugeben. Wie im Fall von Kelsey Zwick. Als sie ein Flugzeug von Orlando nach Philadelphia betrat, weil sie dort mit ihrer Tochter ein Kinderkrankenhaus aufsuchen musste, tauschte ein Fremder von sich aus seinen Platz mit ihr. Kelsey und die kleine Lucy durften First Class reisen.

Lucy Zwick und ihre Zwillingsschwester Eva kamen in der 29. Woche auf die Welt. Beide wogen nur etwas mehr als ein Kilo. Lucy war blau angelaufen und atmete nicht – sie musste sofort intubiert werden. “Wir hätten Lucy am zweiten Tag beinahe verloren”, so Kelsey, die Mutter der Kinder.

Die Intubation half ihr, die erste Woche zu überleben. Da diese Behandlung überaus anstrengend für die Atemwege eines Neugeborenen ist, trug Lucy mehrere Verletzungen davon. Diese Verletzungen verursachten eine chronische Lungenkrankheit, wegen der Lucy nun alle drei Monate zur Behandlung muss.

Zwei Sauerstofftanks und überall Kabel

Kelsey erzählt: “Eva verbrachte 86 Tage auf der neonatalen Intensivstation, Lucy 100 Tage. Sie haben beide eine chronische Lungenkrankheit, aber Lucys ist schwerwiegender. Sie waren beide auf 100 Prozent Sauerstoff eingestellt. Wir hatten zwei Alarme und zwei Sauerstofftanks, eineinhalb Meter lange Kabel überall. Sie kamen im April nach Hause und Eva konnten wir kurz danach vom Sauerstoff nehmen, aber Lucy war krank und hatte auch andere Komplikationen. Weil ihre Lunge so schlecht arbeitete, war alles schwerer für sie. Sie bekam zwar Sauerstoff, aber es wurde nicht wirklich besser.”

Die Zwillinge Lucy und Eva, gemeinsam mit ihren stolzen Eltern. (Bild: Privat)

Erst eine Behandlung im Kinderkrankenhaus in Philadelphia sorgte dafür, dass es Lucy besser ging. Sukzessive konnten ihre Eltern sie vom Zusatz-Sauerstoff trennen. Mittlerweile bekommt Kelseys Tochter den Sauerstoff nur noch nachts oder während eines Fluges, damit sie den Druckausgleich besser verkraftet.

Auf einem ihrer Flüge von Orlando nach Philadelphia machte es sich Kelsey gerade mit ihrer Tochter gemütlich als eine Stewardess zu ihr kam und fragte, ob sie vielleicht die Plätze tauschen wolle. “Erst stockte ich einen Moment, weil ich dachte: Warum muss ich den Sitzplatz tauschen? Dann realisierte ich, was vor sich ging und war überwältigt. Es war nicht irgendein Sitzplatz, es war ein Highlight”, erinnert sie sich.

Mit Tränen in den Augen machte sie sich auf den Weg in die erste Klasse. Denn dort war der ihr angebotene Sitzplatz 2D. Da sie mit ihrem Baby als eine der ersten das Flugzeug betreten durfte, konnte sie nicht erkennen, mit wem sie den Sitzplatz getauscht hatte. “Er muss mich im Warteraum gesehen haben, mit einem Kinderwagen, einer Windeltasche unter dem Arm und einem Sauerstofftank im Gepäck”, schreibt Kelsey auf Facebook. Ihr Post wird fast eine halbe Million Mal geteilt und sammelt über 700.000 Reaktionen. Bald schon wird der edle Samariter ausfindig gemacht.

 

Kelsey erzählt Yahoo Lifestyle: “Es war sein Geburtstag, als er uns anschrieb. Er sagte mir, dass ich ihm einen unvergesslichen Geburtstag bereitet hätte. Er und seine Frau hätten geweint, als sie von unserer Geschichte hörten. Er sagte: ‘Ich bin so froh, dass wir auf demselben Flug waren.'”

Die junge Mutter kann es immer noch nicht fassen: “Er dankte mir für etwas, für das ich ihm danken sollte! Es gibt gute Menschen auf der Welt – diese Geschichte wollte ich unbedingt teilen.”

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