Good News des Tages: Ihre Freundschaft hilft zwei Transplantations-Patienten, gesund zu werden

Johannes Giesler
Freier Autor
Innerhalb von nur 30 Stunden beendete die Uniklinik in Chicago erfolgreich zweimal eine Drei-Organ-Transplantationen mit Herz, Niere und Leber. (Symbolbild / gettyimages / sturti)

Zwei Transplantations-Patienten lernen sich bei einer OP-Voruntersuchung kennen. Nachdem sie erfahren, dass sie die gleiche Krankheit haben, schließen sie Freundschaft. Und geben sich gegenseitig Halt für die lange und schwierige Reha.

Eine Organspende ist für viele Patienten die letzte Hoffnung. Findet sich ein geeigneter Spender, folgt eine kräftezehrende Operation. Doch erst danach kommt der steinige Teil: Die Rehabilitation. Wieder zu Kräften kommen, den Körper und sich selbst an die neue Leistungsfähigkeit gewöhnen, akzeptieren, dass viele kleine Schritte notwendig sind, auch mal Rückschläge in Kauf nehmen. Unterstützen können dabei zwar Familie und Freunde, aber kaum die Situation nachempfinden.

Wie hilfreich aber genau das sein, also die eigene Krankengeschichte zu teilen, zeigt der Fall von Sarah McPharlin und Daru Smith. Beide erkrankten schwer und lernten sich zufällig im Krankenhaus kennen. Weil sie die gleiche Krankheit hatten und ihnen fast gleichzeitig die lebensrettenden Organe transplantiert wurden.

McPharlin und Smith, beide 29 Jahre alt und aus dem US-Bundesstaat Michigan, benötigten neue Organe. Und zwar jeweils drei: Herz, Niere, Leber. Diese sollten sie in einer komplizierten Operation transplantiert bekommen – und zwar alle drei auf einmal. Erst 15 Menschen in Amerika durchliefen diese komplizierte Operation überhaupt vor den beiden.

Zwei Super-Operationen innerhalb von 30 Stunden

„Es war vielleicht einfach nur Glück, dass beide Operationen gleichzeitig passieren sollten”, sagte Nir Uriel, er leitet die Abteilung für Herzinsuffizienz und Transplantation an der Uniklinik in Chicago, auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag. Seine Abteilung hat die meisten Transplantationen mit drei Organen gleichzeitig überhaupt gemacht.

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Die Operationen von McPharlin und Smith fanden dabei schon am 20. Dezember statt. Jede erforderte ein 22-köpfiges Team, manche der Klinikangestellten halfen sogar bei beiden Transplantationen. Denn nur acht Minuten, nachdem Smiths neue Leber an Ort und Stelle war, kam die Nachricht, dass auch für McPharlin ein Spender verfügbar war. Innerhalb von nur 30 Stunden gingen die beiden Operationen daher über die Bühne.


Als McPharlin und Smith sich bei einer Voruntersuchung kennenlernten, wussten sie nichts voneinander, auch nicht, dass sie eine Krankheit teilten. Doch sobald sie das erfuhren, gab es ihnen erstaunlicherweise Kraft: „Es ist unglaublich, aber auch wunderbar, jemand zu haben, der die Reha mit mir durchläuft und mich dadurch motiviert“, sagte Smith während eines Video-Interviews mit der Associated Press.

Sie motivieren sich gegenseitig, gesund zu werden

Auch McPharlin bestätigte ihren Reha-Freund: „Es ist großartig, dass wir uns gegenseitig voranbringen und helfen können. Es war ein cooler Moment, als Daru plötzlich aufstand und ich wusste, dass ich das ganz bald auch schaffen würde.“

Die beiden erholen sich jetzt in der gleichen Abteilung. Sie gehen gemeinsam spazieren oder geben sich High-Five, wenn sie sich auf dem Gang treffen. Ihre Familien planen bereits ein gemeinsames Abendessen, sobald die beiden entlassen werden.

Und das sollte nicht mehr lange dauern. Denn die Krankenpfleger sehen bei den beiden einen großen Unterschied im Vergleich zu anderen Transplantationspatienten. Sie helfen sich gegenseitig, schneller gesund zu werden, weil sie die gleiche OP erlebt haben. Sarah McPharlin und Daru Smith haben neben ihrer Gesundheit auch eine Freundschaft gewonnen. Beides bleibt ihnen hoffentlich noch lange erhalten.

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