Good News des Tages: Kenianischer Lehrer gewinnt eine Million Dollar für seine Arbeit

Johannes Giesler
Freier Autor
Von links nach rechts: Schauspieler und Laudator Hugh Jackman, Preisträger Peter Tabichi und Kronprinz Sheikh Hamdan bin Mohammed Al Maktoum, der den Preis übergeben hatte. Foto: AP Photo / Jon Gambrell

Der Franziskanermönch Peter Tabichi lehrt in Kenia Naturwissenschaften. Doch dafür steht ihm kein Labor zur Verfügung oder eine Bibliothek, die ganze Schule besitzt nur einen Computer mit unzuverlässigem Internet. Und doch schafft er es, seine Schüler für Bildung zu begeistern und sie international wettbewerbsfähig zu machen.

Peter Tabichi saß zum ersten Mal in seinem Leben in einem Flugzeug, um nach Dubai zu kommen. Der Lehrer aus Kenia, der zuvor nie ferner gereist war, als in sein Nachbarland Uganda, hatte aber allen Grund in die Wüstenmetropole zu fliegen. Dort wurde der Ordensmann am Wochenende mit dem „Global Teacher Prize“ geehrt. Das ist der höchstdotierte Preis für Lehrer weltweit: Eine Million Dollar erhielt Tabichi für die vorbildhafte Arbeit mit seinen Schülern. Obwohl die weit entfernt ist von idealen Voraussetzungen.

Tabichi lehrt Naturwissenschaften in einer staatlichen Schule in der Küstenregion Pwani. Zur Verfügung steht ihm dafür nur ein Computer mit schlechtem Internet. Es gibt kein Labor, keine Bibliothek. Fast ein Drittel seiner Schüler sind Waisen oder haben nur noch ein Elternteil, Dürren und Hungersnöte zählen zum Alltag.

Seinen Sieg widmet er den Schülern

Doch trotz aller Hindernisse schafft es Tabichi, seine Schüler zu begeistern, sie bis zum Abschluss zu führen, sie sogar für internationale Wettbewerbe in Natur- und Ingenieurswissenschaften zu qualifizieren und sie letztendlich auf eine weiterführende Schule zu bringen. Sein Preisgeld plant Tabichi die Schule und damit in die Bildung zu investieren. Aber auch, wenn notwendig, Nahrungsmittel für die Armen zu beschaffen.

„Ich kann es kaum fassen, zu den besten Lehrern der Welt zu zählen. Dabei fange ich manchmal an zu weinen, wenn ich über die Herausforderungen meiner Schüler nachdenke“, sagte Tabichi im Gespräch mit der Associated Press. Doch, so fügt er hinzu, sein Sieg werde auch ihnen Selbstvertrauen schenken.

In seiner Dankesrede erzählte Tabichi von seiner Mutter, die starb, als er selbst elf Jahre alt war und damit seinen Vater alleinerziehend zurückließ. Ihm dankte Tabichi für die christlichen Werte seiner Erziehung. Dann zeigte er auf seinen Vater im Publikum und bat ihn auf die Bühne. Dort überreichte er ihm seinen Preis.

Der “Global Teacher Prize” wurde im opulenten Atlantis Hotel in Dubai übergeben. Preisträger Peter Tabichi trug dazu eine lange braune Kutte, die seinen römisch-katholischen Glauben symbolisierte. Foto: AP Photo / Jon Gambrell

Der verdienteste Lehrer aus insgesamt 10.000 Bewerber

„Ich empfand den Abend als unglaublich emotional und bewegend“, sagte im Anschluss Hugh Jackman, der Schauspieler moderierte die Zeremonie und sang auch ein Lied aus seinem Film „The Greatest Showman“. „Es war eine große Ehre und ein Nervenkitzel, hier zu sein. Der ganze Abend war von reinem Geiste.“

Den Preis vergab zum fünften Mal die „Varkey Stiftung“. Der Gründer dahinter ist Sunny Varkey, ein gebürtiger Inder und selbsternannter Bildungs-Philanthrop. Er hat mittlerweile 55 Schulen in Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar aufgebaut. Für den „Global Teacher Prize“ suchte er Tabichi gemeinsam mit einer Jury aus Lehrern, Journalisten, Unternehmern, Wissenschaftlern, Politikern und Vordenkern unter insgesamt 10.000 Bewerbern aus.