Good News des Tages: Polizist rettet Teddybär eines autistischen Jungen

Johannes Giesler
Freier Autor
Ein Polizeibeamter in Woodbridge eilt dem kleinen Ryan zu Hilfe. (Symbolbild: Andrew Burton/Getty Images)

Der zwölfjährige, autistische Ryan weiß sich nicht anders zu helfen, als den Notruf zu wählen: Sein Teddybär ist verschwunden. Die Polizei schickt daraufhin einen Beamten vorbei, der bei der Suche nach dem Kuscheltier hilft.

Die Stimme des Anrufers ist ganz aufgeregt: “Mein Teddybär ist wieder runtergefallen. Mach dir keine Sorgen, ich rette dich. Tschüss und bis zum nächsten Mal.” Diese kurze Nachricht geht am vergangenen Mittwochabend als Notruf bei der Polizei von Woodbridge, einer Stadt im US-Bundesstaat New Jersey, ein. Als die Polizei kurz darauf zurückruft, weiß niemand in der Familie Paul von einem Notfall. Außer dem zwölfjährigen Ryan.

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Die Polizei muss nach dem Rechten sehen

Robert Paul, Ryans Vater, erklärt der Polizei daraufhin, dass alles in Ordnung ist. Ryan sei Autist, er habe beim Spielen seinen handgroßen Teddybären verloren und sich wohl nicht anders zu helfen gewusst, als 911 zu wählen. Dennoch: Die Vorschrift der Polizei lautet, ein Beamter muss das vor Ort klären. Wenig später klingelt also Polizist Khari Manzini an der Tür.

Im Gespräch mit dem Online-Magazin “Romper” sagt Vater Robert über diesen Moment: “Ich klärte die Situation mit dem Polizisten schnell auf. Aber dann platzte mein Sohn rein, er war sehr aufgeregt, einen Polizisten zu treffen und rief ‘Hallo!’. Polizist Manzini reagierte daraufhin sehr freundlich und zuvorkommend und die beiden haben sogar ein Foto zusammen gemacht.”

Autisten können distanziert wirken

Robert ist sich sicher, dass eine Zusatzausbildung Manzinis für dessen Ruhe und Achtsamkeit verantwortlich ist. Denn Manzini durchlief ein Programm von “POAC” (Parents of Autistic Children), das Polizisten speziell im Umgang mit Autisten schult. “Er wusste genau, wie er mit Ryan umzugehen hat. Manchmal können Autisten etwas distanziert wirken oder dass sie nicht an einer Unterhaltung interessiert sind. Aber gerade für Polizisten ist es wichtig, zu unterscheiden, ob der Gegenüber nicht kooperieren will oder ob es ein Wesenszug des Autismus ist.”

Gary Weitzen, der POAC vorsteht, sagt im Gespräch mit dem Fernsehsender “News 12” über den geglückten Einsatz des Polizisten: “Es macht mich sehr stolz, dass er von uns ausgebildet wurde und dass alles so reibungslos geklappt hat.” POAC habe demnach mittlerweile über 65.000 Menschen fortgebildet, darunter meist Eltern und Lehrer, aber eben auch Polizisten.

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Khari Manzini zuletzt hebt vor allem die Bedeutung seines Einsatzes für Ryan hervor: “Ich bin so schnell gekommen, wie ich konnte. Und Ryan war sehr glücklich, mich zu sehen und dass wir seinen Teddy schnell finden konnten. Das hat wiederum auch mich sehr gefreut.“

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