Good News des Tages: Studentin sieht das erste Mal in ihrem Leben Farben

Savannah Allen kann es nicht fassen: Dank einer speziellen Brille, die ihre Rot-Grün-Farbenblindheit ausgleicht, sieht sie zum ersten Mal in ihrem Leben die Welt ein wenig bunter. Foto: Facebook / Local 12 WKRC-TV

Ein Mädchen kommt farbenblind zur Welt. Sie wird älter, geht zur Schule, meistert ihr Leben und fängt ein Studium an. Doch plötzlich droht die Farbenblindheit ihr ein Strich durch Studium und Traumberuf zu machen.

Savannah Allen ist farbenblind zur Welt gekommen. Besonders ausgeprägt ist ihre Rot-Grün-Schwäche: Wenn sie die Farbe Grün sieht, nimmt sie es als braun wahr. Genauso erkennt sie alles als braun, was eigentlich rot ist. Doch das hält die 22-jährige nicht davon ab, ihren Traum zu verfolgen: Sie möchte einmal Kinderzahnärztin werden. Dazu hat sie sich am College in Blue Ash eingeschrieben, einer Stadt im amerikanischen Bundesstaat Ohio. Doch ihr Studium gerät mehr und mehr zu einem unüberwindlichen Hindernis, eben weil sie keine Farben wahrnehmen kann.

Kann eine Brille die Lösung sein?

Im Gespräch mit dem Regionalsender „WLWT 5“ erklärt Allen das Problem so: „Ich wusste nicht, als ich mit der Ausbildung begann, dass es so wichtig sein würde, Läsionen an ihrer Farbe zu erkennen oder dass unterschiedliche Gewebestrukturen sich so sehr in Form und Färbung ähneln könnten.“ Das sei ihr besonders schmerzhaft bewusst geworden, als ein Dozent ihr Zahnstein im Gebiss eines Patienten zeigte, den sie eigentlich hätte entfernen sollen. Seither trägt Allen die Sorge mit sich herum, das Studium abbrechen zu müssen.

Sie erzählt ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen davon. Die reagieren zunächst geschockt. „Sie hat noch nie die Farbe des Ozeans gesehen? Oder des Himmels oder von Grass?“, sagt etwa Judith Reyes. Doch bald schon schließt sich die restliche Klasse zusammen, sie will Allen helfen und sucht nach einer praktischen Lösung. Und tatsächlich wird sie fündig: „EnChroma-Brillen“. Auf der Hersteller-Seite steht, vor allem bei Rot-Grün-Schwäche könnte die Brille mit den dunkel getönten Gläsern helfen. Denn diese speziellen Gläser würden bestimmte Wellenlängen an der Grenze zwischen Rot und Grün herausfiltern und es so dem Auge erleichtern, zwischen den beiden Farben zu unterscheiden.

400 Dollar sind schnell erreicht

Allens Kommilitoninnen und Kommilitonen rufen daraufhin eine Spendenseite ins Leben, um die 400 Dollar für eine Brille aufzubringen. Tatsächlich gelingt das. Schließlich überraschen sie Allen und übergeben ihr das Geschenk zu Beginn des Unterrichts vor der versammelten Klasse. Als Allen die Brille aufsetzt und zum ersten Mal in ihrem Leben die Welt ein wenig farbenfroher wahrnimmt, sackt sie zu Boden vor Freude. Handyvideos zeichnen den Moment auf. Darin sagt Allen unter Tränen: „Ihr seht alle so wunderschön aus.“ Später erzählt sie WLWT 5, die Brille habe ihr Leben komplett verändert.

Gabriele White, sie studiert ebenfalls mit Allen, sagt: „Es war ein unglaublicher Augenblick.“ Sie ergänzt, wie schwer es sei, das nachzuempfinden. Denn: „Für uns ist es ja ganz normal, Farben zu sehen.“

Kein Grund, nicht an sich selbst zu glauben

Allen, dank der Brille mittlerweile hochmotiviert, ihr Studium erfolgreich fortzusetzen, sagt: „Ich wünsche mir, dass sich niemand von einer angeborenen Einschränkung oder Behinderung davon abhalten lässt, die eigenen Wünsche zu verfolgen. Denn dazu gibt es keinen Grund. Ja, wir sind anders. Aber so sind wir zur Welt gekommen.“