"Goodbye Deutschland"-Auswanderer unter Corona-Schock: "Die Apokalypse ist eingetroffen"

Carmen Schnitzer

Zwischen Lagerkoller und Existenzangst: Der Tourismus ist zum Erliegen gekommen, viele Exil-Deutsche fürchten die Pleite. In der VOX-Doku "Goodbye Deutschland Spezial - Auswanderer in den Zeiten von Corona" berichteten Danni Büchner, das Bodybuilder-Ehepaar Robens und andere von ihren Nöten.

"Goodbye Deutschland"-Auswanderer unter Corona-Schock: "Die Apokalypse ist eingetroffen" (Bild: Teleschau)

Es war eine etwas andere "Goodbye Deutschland"-Folge, die da am Montagabend über die Bildschirme flimmerte. Aufgrund von Einreisestopps oder der Einschränkung der Versammlungsfreiheit konnte das VOX-Kamerateam nicht überall vor Ort sein und war teilweise auf die Handyvideos der Auswanderer angewiesen. Doch das war weiß Gott nicht die größte Herausforderung, die die Doku zeigte.

"Die Apokalypse ist eingetroffen", beschrieb der frischgebackene Vater Sohel die Lage, seine Freundin Jasemin nannte die mallorquinische Hauptstadt Palma, in der beide mit einer Cocktailbar durchstarten wollten, "eine Geisterstadt". Bei allen Protagonisten der Sendung ging es um die Existenz, deren Grundlage vom Corona-Virus und den damit verbundenen Maßnahmen massiv bedroht wird.

Fünfstellige monatliche Fixkosten - "Es ist ein absolutes Desaster"

Schließlich leben Sohel und Jasemin, Ex-Dschungelcamperin Danni Büchner, das Ehepaar Robens, Ballermann-Sängerin Isi Glück und die meisten der 19.000 deutschen Auswanderer auf Mallorca vom Tourismus. Seit am 14. März spanienweit eine Ausgangssperre verhängt wurde (die noch strenger ist als die derzeitigen Beschränkungen in Deutschland), ist auf der Insel nichts mehr, wie es war: Straßen und Strände sind leergefegt, Lokale mussten schließen, auch das Fitnessstudio sowie das Diner von Caro und Andreas Robens haben dichtgemacht.

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Wie auch das Gastronomen-Paar Peggy Jerofke und Steff Jerke haben die Robens monatliche Fixkosten in fünfstelliger Höhe, die erst einmal nicht mehr eingespielt werden können. Zwei Angestellte haben die Robens darum bereits entlassen müssen, genau wie das Ehepaar Andreas und Petra Lehmann in Florida, das sich mit harter Arbeit und seinem "Schnitzel House" einen amerikanischen Traum erarbeitet hatte und sich nun um die Zukunft sorgen muss. "Es ist ein absolutes Desaster", fasst Andreas Robens die weltweite "Endzeitstimmung" zusammen.

"Lost in Paradise" - und Angst um Thommys Gesundheit

In Österreich saßen derweil Thommy und Kathrin Mermi-Schmelz fest, die ihren Hauptwohnsitz auf Mallorca haben, während der Skisaison allerdings seit vier Jahren in der Alpenrepublik arbeiten. "Lost in Paradise", fühle sie sich, beschrieb Kathrin das Leben im nahezu ausgestorbenen Örtchen Wagrain.

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Zu der Sorge, wann sie nach Deutschland und schließlich ins mallorquinische Zuhause konnten, kam die Angst um Thommys Gesundheit: Als Diabetiker mit Bauchspeicheldrüsen- und Nierenproblemen könnte ein Corona-Infekt für ihn sehr gefährlich werden. Zwei Freunde, einer auf der österreichischen, einer auf der deutschen Seite, halfen beiden immerhin über die Grenze nach Deutschland. Wann sie zurück nach Hause können, war jedoch noch ungewiss.

Familienhölle und Hoffnungsschimmer: "Der Ort hat sich nicht aufgegeben"

Dort, auf Mallorca, hat auch Danni Büchner neben den Geldsorgen mit weiteren Problemen zu kämpfen: Mit einer renitenten 20-Jährigen, zwei genervten Teenagern und zwei quirligen Kleinkindern (3) ist die Fünffachmutter ans Haus gefesselt, da blieb ein Lagerkoller nicht aus. Die 15-jährige Jada vermisste ihren Freund und machte sich ebenso wie ihr 17-jähriger Bruder Volkan Sorgen um den Schulabschluss, während ihre ältere Schwester Joelina nicht wusste, ob und wann sie den eigentlich zugesagten Job in einem Hotel antreten kann. Auch ihr geplanter Auszug steht nun wieder in den Sternen, die Stimmung war dementsprechend angespannt.

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Doch Danni Büchner versuchte, zuversichtlich nach vorn zu gucken, ebenso wie Steff Jerke, der in der Tatsache, dass auf der Baustelle seines Lokals weiter gearbeitet werden durfte, einen Hoffnungsschimmer sah: "Das ist ein Riesenzeichen, dass der Ort nicht aufgegeben hat!" Auch Schlagersängerin Isi Glück versuchte, das Beste aus der Situation zu machen: Statt in der Großraumdisko Mega-Park feierte sie eine Solo-Wohnzimmerparty, der via Livestream über 1.000 Fans folgten. Fast schon rührend mutete es an, wie sie da so allein zwischen Partydeko und Kaltgetränken tanzte und gegen die Angst anstrahlte. The show must go on, zur Not eben online ...