"Goodbye Deutschland!"-Auswanderer schockiert von Armut auf Mallorca

Carmen Schnitzer
·Lesedauer: 3 Min.

Früher Party-Hochburg, heute Armenhaus: Kaum eine Region in Europa hat die Corona-Krise so schwer getroffen wie die Balearen. Auf Mallorca versuchen die "Goodbye Deutschland!"-Auswanderer Peggy Jerofke und Steff Jerkel, zumindest für etwas Licht in dunklen Stunden zu sorgen. VOX zeigte, wie...

Jeder vierte Mallorquiner gilt als arm, dieses schockierende Fazit nach dem ersten Corona-Jahr erfuhr man aus der aktuellen Folge der VOX-Sendung "Goodbye Deutschland!". Die Auswanderer Peggy Jerofke (44) und Steff Jerkel (50), selbst durchaus gebeutelt durch die Krise, wollten nicht länger tatenlos zusehen und starteten eine Hilfaktion, die zumindest ein paar Kinderaugen zum Leuchten bringen sollte. Eine ganz besondere Überraschung hatten sie außerdem im Gepäck ... "Diese kleinen Seelen, die haben's halt einfach verdient!", so Peggy.

Es ging um den 6. Januar, an dem in Spanien traditionell die Weihnachtsgeschenke verteilt werden. Als Steff und Peggy mitbekommen hatten, dass für viele Familien dieses Ritual 2021 ausfallen würde, riefen sie ihre Follower auf zu spenden - Spielzeug zum Beispiel oder auch Winterkleidung.

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"Goodbye Deutschland": Beklemmendes Gefühl bei der Bescherung für Arme

Tatsächlich fehlte vielen Familien sogar das Nötigste wie warme Jacken oder Lebensmittel. 400 Leute hätte er mal bei der von einem Freund organisierten Essensausgabe Schlage stehen gesehen, berichtete Steff. "Also, die Leute haben nichts zu essen, das glaubt man nicht!" Da ging es ihm und Peggy deutlich besser, auch wenn sie 2020 enorme Verluste in Kauf nehmen mussten - so kam etwa die Eröffnung des Strandlokals, in das sie 250.000 Euro gesetzt hatten, bis jetzt noch nicht zustande.

Bei ihrer Hilfsaktion kamen zur Freude des Gastromenpaares mehrere Kubikmeter Geschenke zusammen, die sie zum Teil eigenhändig verteilten. Das Kamerateam begleitete sie unter anderem zu einer jungen Familie mit vier Kindern im Alter zwischen einem und neun Jahren, wo die Kleinen sich riesig über die Bescherung freuten. Dass den Eltern die Situation "wahrscheinlich auch unangenehm" war, war Peggy bewusst, und so hatte die freudige Situation auch etwas Beklemmendes, wenngleich sich das junge Elternpaar nicht anmerken ließ, ob Peggy mit ihrer Vermutung Recht hatte.

Die beste Überraschung: "Am wichtigsten ist die Familie"

Auch in einer weiteren Familie brachten die deutschen Auswanderer Geschenke vorbei - und plötzlich gab Steff vor, eines davon im Wagen vergessen zu haben. "Das ging nämlich nicht mehr in den Karton", erklärte Peggy, und Steff düste los, um die Überraschung zu holen, in die die VOX-Zuschauer bereits eingeweiht waren: Die beiden hatten den schmerzlich vermissten Opa der Familie einfliegen lassen: Claudio!

Der Mallorquiner, der seine beiden Söhne, 20 Jahre lang allein erzogen hatte, war einst als Kellner in einem ihrer Lokale angestellt gewesen und war nun vorübergehend zum Arbeiten nach Deutschland gezogen, um seine Familie von dort aus zu unterstützen. Dass sie aus Geldmangel die Weihnachtsfeiertage nicht zusammen hatten feiern können, war für alle sehr schwierig gewesen.

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Zum Drei-Königs-Tag aber hatten Peggy und Steff dem Ex-Mitarbeiter nun einfach einen Flug gezahlt. Als dieses besondere "Geschenk" nun sein Wohnzimmer betrat, blieb dessen Sohn Luca der Mund offen stehen. Dann schossen ihm Tränen in die Augen und er flog seinem Vater in die Arme, bevor Töchterchen Alessia und Ehefrau Caterin es ihm gleichtaten. Peggy und Steff freuten sich mit ihnen und stellten fest, dass alle Geschenke eins nicht wettmachen können: "Am wichtigsten ist einfach die Familie."