Gouverneur von Alabama tritt nach Sex-Affäre mit Beraterin zurück

Gouverneur von Alabama tritt nach Sex-Affäre zurück

Wegen seiner Affäre mit einer seiner politischen Beraterinnen ist der Gouverneur des konservativen US-Bundesstaats Alabama, Robert Bentley, am Montag zurückgetreten. Kurz zuvor hatten die Abgeordneten ein Amtsenthebungsverfahren gegen den 74-jährigen republikanischen Politiker eingeleitet. Die Sex-Affäre zwischen Bentley und seiner 30 Jahre jüngeren verheirateten Beraterin Rebekah Caldwell Mason hatte sich über die Monate zu einem regelrechten Politskandal ausgewachsen.

"Ich habe das vergangene Jahr in tiefem und aufrichtigem Gebet um unseren Staat und unser Volk verbracht. Ich bete jeden Morgen um Weisheit und Orientierung und Vergebung meiner Sünden", sagte der ehemalige Hautarzt und Diakon auf einer Pressekonferenz, auf der er seinen Rückritt verkündete. Seine Affäre mit Mason sprach er dabei kein einziges Mal direkt an.

Über Bentleys außereheliche Beziehung wurde bereits 2015 spekuliert, als seine Frau Dianne nach 50 Jahren Ehe plötzlich die Scheidung einreichte. Im vergangenen Jahr kamen zahlreiche peinliche Details ans Licht, darunter ein Telefonat zwischen dem Gouverneur und seiner Geliebten, das seine Frau heimlich abgehört hatte.

Ein Bericht für den parlamentarischen Rechtsausschuss kam in der vergangenen Woche zu einem verheerenden Urteil über Bentleys Verhalten. Dieser habe mit zunehmender "Besessenheit und Paranoia" die Affäre zu vertuschen versucht. Um seine Mitarbeiter zum Schweigen zu bringen, habe er ein "Klima der Einschüchterung" geschaffen. Der Bericht zitierte mehrere Vorfälle, aus denen sich erschloss, dass er eine Affäre mit Mason hatte.

Im Zusammenhang mit seiner Sex-Affäre wurden dem bisherigen Gouverneur weitere Vergehen vorgeworfen. In einer außergerichtlichen Einigung gestand Bentley unter anderem, mit Wahlkampfgeldern für die Anwaltskosten seiner Geliebten aufgekommen zu sein. Er muss nun umgerechnet knapp 35.000 Euro zurückzahlen und hundert Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Zudem wurde er von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Noch am Montagabend wurde sein bisheriger Stellvertreter Kay Ivey als neuer Gouverneur vereidigt.

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