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Dieser Gründer will schaffen, woran Frank Thelen scheiterte – und erhält dafür Geld von Carsten Maschmeyer

Tokenize-Gründer Christoph Jentzsch ist Blockchain-Experte und verkaufte sein vorheriges Startup in die USA - Copyright: Tokenize.it
Tokenize-Gründer Christoph Jentzsch ist Blockchain-Experte und verkaufte sein vorheriges Startup in die USA - Copyright: Tokenize.it

Frank Thelen wollte revolutionieren, wie Startups an Geld kommen. Mit dem Verkauf von Tokens über eine Blockchain, statt klassisch über den umständlichen Verkauf von Firmenanteilen. Er investierte deshalb (selbst klassisch) mehrfach in die Plattform Neufund – doch der Erfolg blieb aus. Anfang 2022 musste das Startup schließen. Unter anderem die Finanzaufsicht Bafin soll zu strenge Regeln auferlegt haben, die das Startup ausgebremst habe, sagten die Gründer damals.

Jetzt drängt ein neuer Player auf den Markt, der bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit Neufund aufweist: Tokenize.it aus Mittweida. Wieder geht es um das Fundraising mit Tokens. Zudem will das Startup ESOP-Mitarbeiterbeteiligungen und Crowdfunding über den sogenannten "GmbH-Token" ermöglichen. Mit dem Gaming-Startup Reignite aus Chemnitz schloss man nun gemeinsam die erste Finanzierung ab. Die eingesammelte Summe wurde nicht öffentlich kommuniziert.

Startup-Finanzierung und ESOP per Token

"Der Ansatz von Tokenize.it unterscheidet sich von Neufund zunächst insofern, dass Tokenize.it in der derzeitigen Ausbaustufe keine öffentlichen Investmentangebote vermittelt", so das Unternehmen auf Nachfrage von Gründerszene. Das heißt, Tokenize setzt auf nicht-öffentliche Investmentangebote. Der Personenkreis, der in das Unternehmen mittels Token investieren will, muss also vorab bekannt sein. Das Angebot zum Funding dürfe an 149 Personen herausgegeben werden, so Tokenize.

Das Ganze ähnelt also eher dem klassischen VC-Investment als etwa dem öffentlichen Crowdfunding. Daher gibt es hier auch keine Prospektpflicht der Bafin – etwas, das Neufund Probleme bereitete.

Öffentliche Finanzierungen wie bei Neufund sollen bei Tokenize folgen

"In der Zukunft möchten wir es Unternehmen – ähnlich wie Neufund damals – ebenfalls erlauben, öffentliche Angebote von Token an einen größeren Personenkreis zu richten", so das Blockchain-Unternehmen. Dabei setze man auf das sogenannte Wertpapierinformationsblatt oder auch "kleines Prospekt" genannt. Man stehe dafür im Kontakt mit der Bafin und finalisiere gerade das rechtliche Konstrukt für mögliche öffentliche Angebote. Die öffentlichen Finanzierungsrunden "folgen in Kürze, ebenfalls die ESOPs", so das Unternehmen.

Tokenize ist eine Marke der corpus GmbH und wurde im Sommer 2022 von dem Diplom-Mathematiker Christoph Jentzsch gegründet. Er startete zuvor bereits das Blockchain-Startup Slock.it und verkaufte es in die USA an Blockchains. Zu seinem aktuellen Unternehmen gehören acht Mitarbeiter. Man sei eigen- und zu Teilen durch VCs finanziert. Geld bekomme Tokenize über ein Nutzungsentgelt in Höhe von einem Prozent des Investments sowie einem Prozent der ausgegeben Tokens des Unternehmens.

Geld von Carsten Maschmeyer

Update vom 11. September 2023: Tokenize konnte sich in einer Seed-Finanzierungsrunde insgesamt zwei Millionen Euro sichern. Zu den Investoren gehören der High-Tech Gründerfonds, der Early-Stage-Geldgeber W3.fund, hinter dem bekannte Seriengründer wie Feliks Eyser (Regiohelden), Tim Keding (Absolventa) und André Kanya (Cavalry Ventures) stecken. Zudem gibt es Geld von Seed + Speed Ventures, einem Investmentvehikel von Carsten Maschmeyer. Mit dem neuen Kapital soll die Weiterentwicklung der Plattform beschleunigt werden und Features wie die Mitarbeiterbeteiligung sowie das öffentliche Fundraising – Tokenize selbst nennt das Public Offer – gelauncht werden.

Der Artikel erschien ursprünglich am 20. Juli 2023 und wurde um die Zwei-Millionen-Finanzierugnsrunde ergänzt.