Grüne konkretisieren Pläne für bundesweiten "Mobil-Pass"

Grüne planen Mobil-Pass für ÖPNV-Nutzer

Die Grünen wollen mit einem bundesweiten "Mobil-Pass" öffentliche Verkehrsmittel besser miteinander vernetzen. Das geht aus einem Positionspapier der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, das AFP am Freitag in Berlin vorlag. Damit werden Vorschläge der Grünen konkretisiert, die Fahrgästen die Kombination verschiedener Verkehrsangebote auch überregional erleichtern soll.

Vorgesehen ist dem Papier zufolge, über das am Freitag zuerst der Berliner "Tagesspiegel" berichtet hatte, eine einzige, bundesweit verwendbar Smartcard oder eine App. Diese soll in allen der mehr als 130 Verkehrsverbünde in Deutschland eingesetzt werden können. Erfasst werden sollen damit komplette Reiseketten von Bahn und Bus - sogar bis hin zu Bike- oder Car-Sharing.

"Damit Busse und Bahnen für mehr Menschen eine gute Option werden, muss die Verbesserung des Angebots ganz nach oben auf die verkehrspolitische Agenda", heißt es in dem unter anderem von Parteichef Cem Özdemir, Fraktionschef Anton Hofreiter sowie den Fachpolitikern Lisa Paus und Oliver Krischer vorgelegten Text. Die Grünen werfen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor, diese Aufgabe "in den letzten Jahren komplett ignoriert" zu haben.

"Die Nutzung öffentlicher Verkehrsangebote muss kinderleicht werden", heißt es in dem Positionspapier weiter. "Gerade für gestresste, staugeplagte Großstädter ist ein vernetztes, günstiges und bequemes Mobil-Pass-Angebot attraktiv", sagte Paus dazu dem "Tagesspiegel". Noch mehr Menschen würden sich dann die Frage stellen, "ob sie wirklich noch ein eigenes Auto brauchen".

Die Grünen wollen mit ihren Vorschlägen auch erreichen, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel günstiger wird. Erreicht werden soll dies durch bundesweite, kostengünstige Zeitkarten für Kinder und Jugendliche, spezielle Angebote für Mütter und Väter in Elternzeit oder für Rentner und Erwerbslose. Letztere sollen eine Monatskarte zu höchstens dem Preis erhalten, der im Hartz-IV-Regelsatz für Mobilität vorgesehen ist.

Sparen sollen die Fahrgäste zudem dadurch, dass ihnen immer das günstigste Angebot berechnet wird. Für entgangene Einnahmen sollen die Verkehrsunternehmen vom Staat entschädigt werden, finanziert durch einen Abbau der derzeitigen Subventionen auf Dieselkraftstoff.

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