Grüne kritisieren Beschluss der Koalition zu Kinderehen

Die Grünen haben den Beschluss der großen Koalition zur Aufhebung von Kinderehen als zu pauschal kritisiert. Ihre familienpolitische Sprecherin Franziska Brantner erklärte am Donnerstag in Berlin, statt das Wohl des jeweiligen Kinds in den Vordergrund zu stellen, habe die Koalition sich von "emotionsgeladenem Populismus" leiten lassen. Sie forderte, jeden Einzelfall "sorgfältig vom Familiengericht mit Unterstützung der Jugendämter" zu prüfen.

Dabei müssten die betroffenen Kinder selbst angehört werden. Es dürfe nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Die von Union und SPD geplante Neuregelung könne "in Einzelfällen auch Nachteile für die Minderjährigen nach sich ziehen", warnte Brantner. Gerade wenn diese in ihre Heimatländer zurückkehrten, drohten ihnen womöglich Diskriminierungen, außerdem der Verlust von Unterhalts- und Erbschaftsansprüchen. Brantner erklärte: "Ehen unter Zwang sind inakzeptabel und illegal."

Die große Koalition plant die bisherige Rechtslage zu verschärfen: Demnach dürfen künftig grundsätzlich nur noch Erwachsene ab 18 Jahren heiraten. Ehen von Kindern unter 16 Jahren sollen in Deutschland künftig grundsätzlich nichtig sein. Ausnahmen sind für 16- bis 18-Jährige möglich.

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