"Grüne wollen sich nicht mehr an die SPD ketten"

Nordrhein-Westfalens CDU-Chef Armin Laschet hält eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl 2013 für möglich. Dazu müssten sich die Grünen allerdings zuerst inhaltlich modernisieren.

Der designierte CDU-Vizevorsitzende Armin Laschet hält eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl für möglich. "Schwarz-Grün sollten wir nicht ausschließen", sagte Laschet der "Welt am Sonntag". "Dazu müssen sich die linken Grünen allerdings auch inhaltlich und nicht nur personell modernisieren."

Die Wahl von Katrin-Göring-Eckardt zur Spitzenkandidatin sei "ein Zeichen, dass sich die Grünen nicht mehr an die SPD ketten und aus der babylonischen Gefangenschaft ausbrechen wollen", sagte der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende. Die wirkliche Machtfigur sei allerdings Jürgen Trittin, "und der steht links".

In der Außen- und Europapolitik gebe es "viele Übereinstimmungen", und auch in der Energiepolitik seien sich Union und Grüne näher gekommen, betonte Laschet. Die größten Gegensätze gebe es in der Finanzpolitik. Die Grünen seien "eine Steuererhöhungspartei".

Angesichts der Schwäche der SPD seien die Grünen "unser Hauptgegner im Kampf um die Mitte der Gesellschaft", sagte Laschet. Die CDU müsse die Partei des selbstbewussten Bürgertums sein, das Freiheit und Toleranz gegenüber jedem hochhalte. Die Grünen drängten in die bürgerliche Mitte, "und wir nehmen den Kampf an".

Das "Welt am Sonntag"-Interview fand im Bonner Restaurant "Sassella" statt, in dem in den 90er-Jahren junge Angeordnete von CDU und Grünen zur sogenannten Pizza-Connection zusammenfanden. Laschet gehörte ebenso dazu wie Norbert Röttgen, Peter Altmaier und Cem Özdemir.

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