Grütters warnt scharf vor Abkehr von deutscher Erinnerungskultur

Gedenkstätte Bergen-Belsen

Zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) scharf vor einer Abkehr von der Erinnerungskultur in Deutschland gewarnt. Da es immer weniger Zeitzeugen gebe, "werden Lernorte wie die Gedenkstätte Bergen-Belsen dafür immer wichtiger, gerade für die junge Generation", erklärte Grütters am Sonntag. Die authentischen Orte vergegenwärtigten mit Eindringlichkeit das Geschehene, das in in Worten und Zahlen schwer fassbar sei.

"Deshalb widersprechen wir mit aller Entschiedenheit, wenn neue politische Kräfte in unserem Land unsere Erinnerungskultur, an der unsere Gesellschaft und unsere Demokratie gereift sind, für parteipolitische Zwecke missbrauchen und aus der Hetze gegen den Umgang Deutschlands mit seiner Geschichte politischen Profit für ihre nationalistische Ideologie zu schlagen versuchen", fügte Grütters hinzu, ohne die AfD ausdrücklich zu nennen.

Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke hatte im Januar in Dresden offenbar in Anspielung auf das Holocaustmahnmal in Berlin von einem "Denkmal der Schande" gesprochen hatte. Zudem hatte er die "dämliche Bewältigungspolitik" in Deutschland kritisiert und eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert.

Bei der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen am 15. April 1945 fanden britische Soldaten tausende unbestattete Leichen und zu Skeletten abgemagerte Menschen vor. Allein in den letzten drei Monaten vor der Befreiung starben dort mehr als 35.000 Menschen.

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