Grammys 2019: die Highlights und Tiefpunkte der Preisverleihung

Jennifer Lopez performte bei der 61. Grammy-Verleihung. Doch nicht allen gefiel, was sie sahen und hörten. (Bild: Matt Sayles/Invision/AP)

Lady Gaga, Cardi B und Kacey Musgraves gehörten zu den großen Abräumerinnen der diesjährigen Grammy-Awards. Doch neben den Auszeichnungen hatte das Mega-Event noch einige weitere Höhepunkte zu bieten – und ein paar Momente, die man lieber nicht erlebt hätte.

Mit den angekündigten Auftritten von Dua Lipa und St. Vincent, Lady Gaga, Cardi B, Janelle Monaé, Camila Cabello und Miley Cyrus versprachen die diesjährigen Grammys schon vorab einige Highlights und eine Menge Girl Power. Die größten Höhe- und Tiefpunkte kamen jedoch ganz überraschend:

Die Highlights

Chris Cornells Kinder nahmen seinen Preis entgegen

Chris Cornells Kinder ehrten ihn auf der Grammy-Bühne. (Bild: Robyn Beck/AFP/Getty Images)

Es war einer der berührendsten Momente der diesjährigen Grammy-Verleihung: Posthum erhielt Chris Cornell für seinen Song “When Bad Does Good” einen Preis in der Kategorie “Best Rock Performance”. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von seiner Tochter Toni und seinem Sohn Christopher. “Während er die Herzen von Millionen berührte, war er für uns vor allem der beste Vater und unser Held”, erklärten die Kinder des 2017 verstorbenen Soundgarden-Sängers auf der Bühne. “Das ist für dich, Daddy, wir lieben dich so sehr.”

Überraschungsauftritt von Michelle Obama

Ein Auftakt mit Girl Power: Die Show wurde von Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Alicia Keys, Michelle Obama und Jennifer Lopez eröffnet. (Bild: Kevork Djansezian/Getty Images)

Und plötzlich stand die ehemalige First Lady auf der Bühne: Unangekündigt leistete Michelle Obama den Sängerinnen und Schauspielerinnen Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Jennifer Lopez und Alicia Keys während der Eröffnung der Show Gesellschaft, um über die Kraft von Musik zu sprechen. “Ob wir Country, Rap oder Rock mögen: Musik hilft uns dabei, uns selbst, unsere Würde und unser Leid, unsere Hoffnungen und Freude zu teilen”, so die 55-Jährige, die mit Standing Ovations empfangen wurde. “Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen. Und ich weiß, das trifft für jeden hier zu.”


“Ein wichtiger Bestandteil von Freundschaft ist, für deine Mädels da zu sein. Deswegen war ich begeistert, für die einzig wahre Alicia Keys bei den Grammys da zu sein. Sie ist eine der aufrichtigsten und aufmerksamsten Personen, die ich kenne. Es gibt niemanden, der sich besser eignet, um mit uns die vereinende Kraft von Musik zu feiern!”

Ein wichtiger Anruf

Dolly Parton, Diana Ross, Lady Gaga – die Performances bei den diesjährigen Grammy-Awards waren absolut spektakulär. Eine Besucherin des Events schien jedoch wenig begeistert von dem, was sie da auf der Bühne sah. Stattdessen saß sie mit gekreuzten Beinen und Telefon am Ohr im Publikum – und das direkt neben Motown-Legende Berry Gordy. Die Kamera zeigte die sichtlich unbeeindruckte Besucherin zwar nur für eine Sekunde. Die reichte jedoch, um aus der kuriosen Situation schnell ein Meme werden zu lassen.


“Du bist bei den Grammys. Alicia Keys und Smokey Robinson singen ZUSAMMEN!!! … Sie ist am Telefon.”


“Hallo, Grammys? Warum führt JLo ein Motown-Tribut auf?”


“Noch ein Anruf … ‘Hallo, Notruf … Ich möchte die letzte Kategorie heute Abend melden. Ja, mehr betrügerische Tätigkeiten.”


“Ich hoffe, dass die Frau am Telefon darauf vorbereitet ist, bis ans Ende der Zeit als Meme verwendet zu werden.”

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei der Frau am Telefon jedoch nicht um irgendwen, sondern um Diana Ross’ Tochter Rhonda. Ob das die Sache nun besser oder noch schlimmer macht, sei mal dahingestellt.

Die Tiefpunkte

JLo performte Motown-Hits

Dass Latina Lopez Motown-Hits aufführte, gefiel nicht jedem. (Bild: Kevin Winter/Getty Images for The Recording Academy)

Die Grammys stehen derzeit – wie der Großteil der Film- und Musikindustrie auch – in der Kritik, den Fokus zu wenig auf Diversität und Gleichberechtigung zu legen. Und so taten sich die Verantwortlichen der Show keinen Gefallen damit, neben Ne-Yo und Smokey Robinson auch Jennifer Lopez für ein Tribut-Medley des legendären Motown-Labels zu verpflichten – dies feiert in diesem Jahr 60-jähriges Jubiläum. Im Internet fragte man sich schnell, warum Motown-Hits wie “Dancing in the Street” and “Please Mr. Postman”, die ursprünglich von schwarzen Künstlern gesungen wurden, ausgerechnet von JLo präsentiert werden mussten.


“Nichts für ungut, JLo ist eine echt eine großartige Künstlerin, aber lasst uns ehrlich sein: Diese Performance hätte nicht ihre sein sollen. Viele andere schwarze Künstler hätten diese Plattform und diesem Moment bekommen bekommen können und das müssen wir anerkennen.”


“Liebe Grammys, warum habt ihr statt Anita, Beyonce, Lalah, India, Kelly Rowland, Latoya, Keyshia, Mary, Rihanna, Toni, Mariah, Monica, Brandy, Jill, Thee Diana, Faith, Patti, Gladys, Jennifer Hud, Jazmine Sullivan, Fantasia, Tamar, Kelly Price ausgerechnet Jennifer Lopez Motown machen lassen? Beleidigend.”

Drake wird das Mikro abgedreht

Ob Drake so bald wieder zu den Grammys kommen wird, ist fraglich. (Bild: Emma McIntyre/Getty Images for The Recording Academy)

Dass Drake nicht sonderlich viel Lust auf die Grammys haben würde, konnte man bereits erahnen, als der Rapper ein Performance-Angebot für die Preisverleihung ablehnte. Er kam trotzdem, und sackte gleich noch eine Auszeichnung für den besten Rap-Song ein.

Seine Zeit auf der Bühne nutzte Drake dann, um noch ein bisschen gegen die Preisverleihung auszuteilen. “Wir spielen einen meinungsbasierten Sport, keinen faktenbasierten Sport. Du hast schon gewonnen, wenn es Leute gibt, die deine Songs Wort für Wort mitsingen; wenn du der Held in deiner Heimatstadt bist; wenn es Leute gibt, die normale Jobs haben, im Regen und Schnee rausgehen und Geld für Tickets für deine Shows ausgeben”, erklärte er. “Du brauchst das hier nicht. Du hast schon gewonnen.” Den Verantwortlichen schien die Ansage nicht zu gefallen: Sie drehten dem 32-Jährigen kurzerhand das Mikro ab und spielten stattdessen einen Werbeclip.