Green Week: Kreislaufwirtschaft in der Mode läuft noch nicht rund

Fast-Fashion hat enorme Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die Modebranche verdoppelte ihre Produktion in den vergangenen 15 Jahren. In jüngster Zeit wächst jedoch das Interesse an einem kreislauforientierten Produktionsmodell. Eine "Upcycling"-Marke in Barcelona hat bereits 30.000 kg gespendeten Denim-Stoff wiederverwendet:

"Man gibt der alten Kleidung eine neue Verwendung, indem man sie entweder zu anderen Produkten wie Taschen oder Geldbörsen verarbeitet, oder indem man sie schreddert und daraus einen neuen Stoff herstellt für eine neue Modekollektion", erklärt Camilla Corsini, Designerin und Mitglied bei der Nachhaltigen Modevereinigung Barcelona.

Naturfasern, wie Baumwolle und Denim, sind viel leichter zu recyceln als synthetische oder gemischte Fasern. Allein in Spanien werden jedes Jahr 23 kg Kleidung pro Person weggeworfen, nur 12 % dieser Menge wird recycelt.

Das Recycling von Produkten wie diesem ist nur einer der Schritte. Es ist auch wichtig, den Ressourcenverbrauch und die Umweltverschmutzung bei der Herstellung der Stoffe zu reduzieren.

Josep Moré ist Geschäftsführer einer Färberei und eines Textilveredelungsunternehmen - , was zu den umweltschädlichen Verfahren gehört. Seine Fabrik hat dank der Digitalisierung der Maschinen, die den Wasserverbrauch und die Kohlenstoffemissionen kontrolliert, den Ressourcenverbrauch reduziert.

"Wir haben eine Wasseraufbereitungsanlage und auch seit 20 Jahren eine Abgasfilteranlage", erklärt der Geschäftsführer von Hidrocolor. "Die Kläranlage ist 37 Jahre alt und der Gasfilter ist 20 Jahre alt. In diesen 20 Jahren haben wir 59.000 Liter Öl gesammelt, die in die Atmosphäre gelangen würden, d.h. Öle, die in den Geweben enthalten sind."

Er arbeitet auch an einem "ökologischen" Färbesystem, aber laut seiner Aussage sei die Modeindustrie nicht bereit, mehr für nachhaltige und zirkuläre Textilien zu bezahlen.

Verbraucherverhalten spielt eine große Rolle

Mar Isla ist Leiterin des Lehrstuhls für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit an der Universität Pompeu Fabra. Sie sagt: "Ein Großteil der Konsumenten kommt aus dem Westen, aber 80 % der Produktion findet in Asien statt. Die Art und Weise, wie wir produzieren, ist ebenfalls sehr ungleich. Wir müssen unser Konsumverhalten ändern. Wir können die Produkte nicht wegwerfen. Wir müssen überlegt einkaufen: Wie kann es sein, dass ein T-Shirt 8 Euro kostet, was verbirgt sich hinter diesem Preis?"

Die Verbraucher sind das wichtigste Puzzleteil bei der Reduzierung von Billigkleidung, aber auch die Modeindustrie sollte schneller zu einer nachhaltigen und zirkulären Produktion übergehen.

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