Greenpeace kritisiert Schweine-Haltung in Deutschland

«Die Haltung muss den Bedürfnissen der Tiere angepasst werden - nicht die Tiere den Haltungsbedingungen», fordert Greenpeace. Foto: Stefan Sauer

Greenpeace verlangt schärfere Haltungsvorschriften für Mastschweine in Deutschland. Die jetzt zugelassenen Bedingungen fügten den Tieren Schmerz, Leid und Schäden zu, teilte die Umweltschutzorganisation in Berlin mit.

Sie widersprächen dem Tierschutzgesetz und dem Staatsziel Tierschutz, das im Grundgesetz festgeschrieben ist.

Greenpeace stützt sich auf ein Rechtsgutachten Hamburger Rechtsanwälte, nach dem den Tieren etwa zu wenig Bewegungsfreiheit gewährt wird. Das gängige Schwänzekürzen sei nur in Einzelfällen zulässig. Das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln - das 2019 abgeschafft werden soll - verstößt demnach gegen das Grundgesetz.

Das geplante freiwillige «Tierwohl»-Siegel von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sei aussage- und wirkungslos, kritisierte Greenpeace. Sie verwiesen auf Schweden, die Schweiz und Österreich, wo der Staat in Ställen etwa mehr Licht, Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten fördere. Grenpeace-Expertin Stephanie Töwe forderte: «Die Haltung muss den Bedürfnissen der Tiere angepasst werden - nicht die Tiere den Haltungsbedingungen.»

Der Fleischverbrauch in Deutschland beträgt pro Kopf und Jahr fast 90 Kilogramm. Zieht man den Knochenanteil ab, verzehrt jeder Bürger in Deutschland rund 60 Kilo Fleisch - zu zwei Dritteln vom Schwein.

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