Greta Thunberg kritisiert von der Leyens Klimagesetz scharf

Von der Leyen (l.) und Greta Thunberg in Brüssel

Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg hat das von der EU-Kommission vorgestellte Klimagesetz scharf kritisiert. Brüssel täusche nur vor, dass es beim Klimaschutz führend sei, sagte Thunberg am Mittwoch im EU-Parlament. Zuvor hatte die 17-Jährige auf Einladung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an der wöchentlichen Sitzung der Kommission teilgenommen.

Das Exekutivorgan der EU beschloss bei dieser Gelegenheit seinen Entwurf für ein Gesetz, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 rechtsverbindlich zu verankern. Der Text ist ein zentraler Baustein der umfassenden Klimaschutzstrategie "Green Deal", damit die EU die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens erfüllt. "Doch eure Fernziele bedeuten gar nichts, wenn das derzeitige hohe Emissionsniveau einfach beibehalten wird", sagte Thunberg.

Die Kommission formulierte in ihrem Vorschlag vorerst kein neues Zwischenziel für 2030. Die bestehende Zielvorgabe einer Verringerung der Treibhausgasemissionen von 40 Prozent im Vergleich zu 1990 würde Experten zufolge aber nicht ausreichen, um Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die Kommission will zunächst bis September überprüfen und gegebenenfalls Optionen vorschlagen, das Zwischenziel auf 50 bis 55 Prozent zu erhöhen.

"Wenn dein Haus brennt, wartest du nicht noch ein paar Jahre, bevor du es löschst", sagte Thunberg dazu. Doch genau das tue die EU-Kommission. "Das macht überhaupt keinen Sinn." In Brüssel werde offensichtlich nicht darauf gehört, was die Wissenschaft sage.

Auch verstehe sie nicht, wie "nach wie vor Infrastruktur für fossile Energieträger gebaut und subventioniert" werden könne, fuhr die Schwedin fort. Besonders Projekte zur Verwertung von Erdgas sollen der Kommission zufolge vorerst förderwürdig bleiben. Erdgas soll als "sauberster" der fossilen Brennstoffe eine wichtige Rolle in der Übergangsphase hin zur Klimaneutralität spielen.