Griechenland erhöht Schutzvorkehrungen an Grenzen auf maximale Stufe

Der konservative Regierungschef Mitsotakis

Griechenland hat die Schutzvorkehrungen an seinen Grenzen auf die höchste Stufe heraufgesetzt. Dies teilte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntagabend nach einer Krisensitzung des nationalen Sicherheitsrats in Athen mit. So sollen die Patrouillen an Land und zu Wasser im Nordosten des Landes verstärkt werden, nachdem die Türkei am Wochenende ihre Grenzen zur EU für Flüchtlinge geöffnet hatte.

Der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas ergänzte, sein Land werde einen Monat lang keine neuen Asylanträge mehr annehmen. Er sprach von einer "asymmetrischen Bedrohung der Sicherheit unseres Landes".

Petsas griff zudem die Türkei an, die mit der Öffnung ihrer Grenzen diplomatischen Druck ausüben wolle. Ankara sei damit "selbst zum Schlepper" geworden. Die Türkei wirft der EU vor, sich nicht an den 2016 geschlossenen Flüchtlingspakt zu halten.

Unterdessen telefonierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Boiko Borissow. Thema des Gesprächs sei die Verschärfung der Lage an den Außengrenzen zur Türkei gewesen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Abend mit. Beide seien übereingekommen, "dass in der gegebenen Situation zeitnahe politische Gespräche mit der Türkei nötig sind". Auch Bulgarien hat die Sicherheit an seiner Grenze zur Türkei verstärkt.