Griechischer Neonazi-Chef streitet Beteiligung an Tötung von Antifa-Rapper ab

Im Prozess in Griechenland um den Mord an dem antifaschistischen Rapper Pavlos Fyssas hat am Mittwoch der Chef der rechtsextremen Partei Goldene Morgenröte, Nikos Michaloliakos, ausgesagt. Der 61-Jährige Holocaust-Leugner stritt vor dem Gericht in Athen eine Beteiligung an der Tat ab. Es handele sich um einen "Haufen Lügen" und eine "politische Verschwörung". Michaloliakos ist einer von 69 Angeklagten in dem seit vier Jahren andauernden Gerichtsverfahren.

Der 34-jährige Pavlos Fyssas war am 17. September 2013 von einem Anhänger der Goldenen Morgenröte erstochen worden. Seine Familie wirft der Parteiführung vor, den Mord angeordnet zu haben. Die Tat schockierte das gesamte Land.

Michaloliakos ist angeklagt, die Welle der Gewalt angestachelt zu haben, die der Tötung von Fyssas voranging. "Es gibt keine kriminelle Organisation", sagte der Mathematiker. "Ich habe keinen Auftrag für einen Mord gegeben."

Die Anklage beruft sich auf Aufzeichnungen von Telefongesprächen zwischen Mitgliedern der Goldenen Morgenröte in der Nacht, als Fyssas getötet wurde. Sie sollen belegen, dass die Tat mit dem Wissen von hochrangigen Parteimitgliedern ausgeführt wurde.

Einige der Angeklagten müssen sich wegen Mordes verantworten, andere sind wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Waffenbesitzes oder rassistisch motivierter Gewalt angeklagt. Ein Urteil wird noch in diesem Jahr erwartet.