Griechischer Schuldenrückkauf offenbar erfolgreich

Zielmarke von 30 Milliarden Euro laut Medien erreicht

Der staatliche Rückkauf griechischer Schuldpapiere war Presseberichten zufolge ein Erfolg. Bis zum Ablauf der Frist am Freitagabend sei das Ziel des Rückkaufs von Anleihen im Gesamtwert von 30 Milliarden Euro erreicht worden, berichtete die Finanzzeitung "Naftemboriki". Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, Deutschland entgingen durch die neuen Hilfsmaßnahmen für Athen Einnahmen von mehreren Milliarden Euro.

Ausländische Gläubiger und griechische Banken hätten jeweils Papiere im Wert von 15 Milliarden Euro zum Verkauf geboten, schrieb "Naftemboriki". Laut der Zeitung "Kathimerini" trugen allein die vier größten Banken des Landes 11,5 Milliarden Euro bei. Erste offizielle Ergebnisse des Programms dürften heute bekannt gegeben werden, hieß es aus dem Finanzministerium in Athen. Griechenland hatte die Aktion zur Reduzierung der Staatsverschuldung am Montag gestartet.

Bei dem Programm kaufte Athen den Gläubigern Staatsanleihen zu einem Wert zwischen 32,2 und 40,1 Prozent des ursprünglichen Nennwerts ab. Im Gegenzug sollten sie Anleihen des europäischen Stabilitätsfonds EFSF mit sechsmonatiger Laufzeit erhalten. Der Fonds stellte dafür zehn Milliarden Euro bereit. Angesichts des Wertverlusts der griechischen Anleihen sollte dies für den Rückkauf von Papieren im Wert von 30 Milliarden Euro reichen.

Durch das Programm dürften die griechischen Schulden um 20 Milliarden Euro verringert werden. Langfristiges Ziel ist es, den Schuldenstand Griechenlands von rund 190 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes im kommenden Jahr auf 124 Prozent am Ende des Jahrzehnts zu verringern. Die Rückkaufaktion war Teil des neuen Hilfsprogramms für Griechenland, auf das sich die internationalen Geldgeber Ende November geeinigt hatten.

Schäuble sagte der "Bild am Sonntag", allein durch den Verzicht auf die Zinserträge aus griechischen Staatsanleihen bei der staatlichen Entwicklungsbank KfW werde Deutschland jährlich Mindereinnahmen von rund 130 Millionen Euro haben.

Deutschland hatte im Zuge des Hilfsprogramms zugesagt, vorläufig auf Zinseinnahmen aus griechischen Schuldpapieren sowie auf Gewinne aus Programmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Ankauf griechischer Staatsanleihen zu verzichten. "Diese Gewinne werden laut EZB bis in das Jahr 2035 insgesamt circa zehn Milliarden Euro betragen, das bedeutet für Deutschland insgesamt circa 2,7 Milliarden weniger", sagte Schäuble dazu.

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