Großangelegter Test mit neuem Malaria-Impfstoff beginnt in Afrika

Malaria wird von Mücken übertragen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen großangelegten Test eines neuen Malaria-Impfstoffes in mehreren afrikanischen Ländern angekündigt. Zwischen 2018 und 2020 würden in Kenia, Ghana und Malawi 360.000 Kinder mit dem neuen Mittel geimpft, teilte die WHO am Montag mit. Der Impfstoff ist unter den Namen RTS,S oder Mosquirix bekannt. In Deutschland wurden Forderungen an die Bundesregierung laut, den Kampf gegen Krankheiten wie Malaria stärker zu unterstützen.

"Die Informationen, die wir in diesem Projekt sammeln, werden uns helfen, Entscheidungen zu einem breiter angelegten Einsatz dieses Impfstoffes zu treffen", sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti.

Den Angaben zufolge soll der Impfstoff in Verbindung mit anderen vorsorglichen Maßnahmen erfolgen, etwa Moskitonetzen, anderen Abwehrmitteln, Insektiziden und Anti-Malaria-Medikamenten. Moeti geht davon aus, dass der Impfstoff zusammen mit den bereits existierenden Maßnahmen das "Potenzial hat, zehntausende Menschenleben in Afrika zu retten".

Zwar verspricht der Impfstoff keinen vollen Schutz gegen Malaria, es ist aber der effektivste der bislang entwickelten Stoffe. "Dieser Impfstoff ist eine Waffe neben anderen, er ist eine der uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen", sagte Moeti.

Mary Hamel, die die Umsetzung des Impfprogramms überwacht, erklärte, angesichts der Masse an Menschen, die an Malaria erkranken, würden die Auswirkungen des neuen Impfstoffes "enorm" sein. "Es wird andere Impfstoffe geben, und sie werden effektiver sein, aber in der Zwischenzeit wird dieser einen bedeutenden Einfluss haben."

Der Impfstoff wurde vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline in Zusammenarbeit mit der Path Malaria Vaccine Initiative entwickelt. 2015 wurde er für das Testprogramm zugelassen. Geimpft werden sollen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Monaten.

Im Jahr 2015 starben weltweit 429.000 Menschen an Malaria, 92 Prozent davon in Afrika. Zwei Drittel der Opfer waren Kinder unter fünf Jahren. In Kenia, Ghana und Malawi ist Malaria weit verbreitet. Die Länder haben überdies eine lange Tradition an Vorsorgemaßnahmen und wurden deshalb für den Test ausgewählt.

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) teilte mit, die Zahl der Malaria-Todesfälle sei seit dem Jahr 2010 weltweit um 29 Prozent gesunken. Die Erfolge zeigten, "dass sich Investitionen zur Bekämpfung von Malaria auszahlen", erklärte DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Dennoch seien weiterhin 3,2 Milliarden Menschen von Malaria bedroht.

Bähr appellierte daher an die Bundesregierung, der "Eindämmung von vernachlässigten Armutskrankheiten wie Malaria eine höhere Priorität einzuräumen". Wichtig seien insbesondere Mittel für Präventionsmaßnahmen sowie für Forschung und Entwicklung.

Auch die Grünen warnten, die bislang erzielten Erfolge im Kampf gegen Malaria dürften nicht dazu führen, die Bemühungen zu verringern. Malaria könne ohne eine bezahlbare Impfung nicht besiegt werden, erklärten die Grünen-Politiker Uwe Kekeritz und Kordula Schulz-Asche. Um die Entwicklung eines Malaria-Impfstoffs zu unterstützen, müsse sich die Bundesregierung für neue Forschungsanreize stark machen. "Es müssen finanzielle Anreize geschaffen werden, auch an Krankheiten zu forschen, die vor allem in Entwicklungsländern verbreitet sind", erklärten die beiden Politiker.

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